Wirtschaft

EZB spielt über die Bande: IWF will Italien helfen

Italien kann sich frisches Geld am Kapitalmarkt nur noch zu hohen Zinsen leihen. Der Internationale Währungsfonds will dem klammen Land nun zur Seite springen. Das Geld könnte aber von der Europäischen Zentralbank kommen.

Passanten blicken an der Mailander Börse auf einen Monitor mit Kursinformationen.
Passanten blicken an der Mailander Börse auf einen Monitor mit Kursinformationen.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Der Internationale Währungsfonds (IWF) bereitet offenbar ein Hilfsprogramm für das hoch verschuldete Italien mit einem Volumen von bis zu 600 Mrd. Euro vor. Entsprechende Kredite könnten mit einer Laufzeit von zwölf bis 18 Monaten vergeben werden, um die Finanzlage des Landes zu stabilisieren, berichtete die italienische Tageszeitung "La Stampa". Sie beruft sich auf IWF-Vertreter. Mit Zinsen zwischen vier und sechs Prozent sollen die Kredite wesentlich günstiger sein als derzeitige Zwei- und Fünfjahresanleihen mit Zinssätzen von mehr als sieben Prozent.

Dem Bericht zufolge ist der IWF jedoch möglicherweise nicht in der Lage, die Hilfskredite aus seinen aktuellen Mitteln zur Verfügung zu stellen. Deshalb würden verschiedene Möglichkeiten zur Finanzierung geprüft. So seien beispielsweise Zahlungen der Europäischen Zentralbank (EZB) im Gespräch, für die der IWF garantieren könnte, hieß es.

Mit einer Unterstellung der EZB-Hilfen unter die Kontrolle des IWF solle auch Deutschland beruhigt werden, das eine stärkere Einbindung der EZB in die Eurorettung ablehnt und auf eine möglichst große Unabhängigkeit der Notenbank dringt, zitierte die Zeitung einen IWF-Vertreter.

Europäische Union und EZB hatten kürzlich Fachleute nach Rom entsandt, um die italienischen Staatsfinanzen zu prüfen. Der IWF will eigene Experten schicken.

Auf Italien lasten Schulden in Höhe von rund 1,9 Billionen Euro. Zudem leidet das Land derzeit unter einem schwachen Wirtschaftswachstum. Dies ließ an den Finanzmärkten in den vergangenen Wochen die Sorge aufkommen, dass Italien ebenso wie bereits Griechenland, Irland und Portugal Finanzhilfen brauchen könnte. Der neue Ministerpräsident Mario Monti steht unter starken Spardruck, um Versäumnisse seines zurückgetretenen Vorgängers Silvio Berlusconi aufzuholen.

Quelle: n-tv.de

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