Wirtschaft
Schwierige politische Verhältnisse unterhalb der Akropolis.
Schwierige politische Verhältnisse unterhalb der Akropolis.(Foto: picture alliance / dpa)

Konservative holen in Umfragen auf: Ifo-Chef legt Griechen Euro-Austritt nahe

Syriza oder Nea Dimokratia? Die Griechen haben in knapp einem Monat die Wahl. Für Ifo-Chef Sinn ist die Sache klar: Griechenland tut ein Verbleib in der Eurozone nicht gut. Sonst würden weitere Schuldenschnitte notwendig.

Der Wirtschaftswissenschaftler Hans-Werner Sinn sieht in einem Euro-Austritt Griechenlands eine Alternative zu einem weiteren finanziellen Entgegenkommen der internationalen Geldgeber.

Hans-Werner Sinn
Hans-Werner Sinn(Foto: dpa)

"Weitere Schuldenschnitte werden immer wieder gewährt werden müssen, außer man entlässt das Land aus dem Euro und erlaubt ihm, durch eine Abwertung wieder wettbewerbsfähig zu werden", sagte der Präsident des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) dem "Tagesspiegel". Sinn verwies darauf, dass Griechenland bereits 2012 Zugeständnisse bei der Laufzeit und den Zinsen seitens der internationalen Kreditgeber erhalten habe.

Nachdem der konservative Regierungschef Antonis Samaras seinen Präsidentschaftskandidaten im Parlament nicht durchbrachte, stehen den Griechen am 25. Januar Neuwahlen ins Haus. Zur stärksten Kraft könnte dabei das Linksbündnis Syriza werden, das die Vereinbarungen mit den internationalen Kreditgebern ändern will. Griechenland ist seit 2010 mit zwei Rettungsprogrammen in Höhe von insgesamt 240 Milliarden Euro von den EU-Staaten und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über Wasser gehalten worden.

Laut Samaras steht bei den vorgezogenen Parlamentswahlen die Zukunft Griechenlands in Europa auf dem Spiel. Es gehe um den "Verbleib Griechenlands in Europa", betonte der Ministerpräsident bei einem Treffen mit Staatspräsident Karolos Papoulias. Papoulias unterzeichnete den Präsidialerlass, mit dem das Parlament in Athen aufgelöst wird und damit auch offiziell der Wahlkampf beginnt.

Syriza-Vorsprung schmilzt

Syriza-Chef Alexis Tsipras hatte die Wähler davor gewarnt, Samaras werde in seinem Wahlkampf auf Angst vor einem Ende der Sparpolitik setzen. Solche Szenarien würden jedoch keine Wirkung auf die Bürger haben, sagte Tsipras. Er will den Sparkurs beenden und mit den internationalen Gläubigern des von Pleite bedrohten Staates einen Schuldenerlass aushandeln.

Umfragen zeigen einen Vorsprung von Syriza. Samaras' Nea Dimokratia (ND) hat aber in den vergangenen Tagen nach Angaben von Demoskopen aufgeholt. Der Vorsprung von Syriza sei von etwa sieben Prozentpunkten im November auf nur noch etwa drei Prozentpunkte geschrumpft, hieß es. Die Wahlen mussten ausgerufen werden, nachdem der Kandidat der Regierung am Vortag im Parlament auch im dritten Anlauf nicht die erforderliche Mehrheit erhalten hatte.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen