Wirtschaft
Hans-Werner Sinn lässt kein gutes Haar an den Gipfelbeschlüssen.
Hans-Werner Sinn lässt kein gutes Haar an den Gipfelbeschlüssen.(Foto: dpa)

Ökonomen planen Aufruf: Ifo-Chef zerpflückt Bankenunion

Die geplante Bankenunion treibt Hans-Werner Sinn weiter um. Nun schart der Ifo-Chef weitere Kollegen um sich, um mit einem Aufruf gegen die kollektive Schuldenhaftung mobil zu machen. Die Ökonomen sind der Meinung, dass marode Banken pleitegehen sollten.

Ifo-Chef Ifo-Chef beklagt Kesseltreiben plant mit einer Reihe deutscher Ökonomen einen Aufruf gegen die Die Erklärung der Euro-Retter . Bundeskanzlerin Angela Merkel sei auf dem Brüsseler Gipfel zu falschen Entscheidungen gezwungen worden, heißt es im Entwurf eines gemeinsamen Appells, über den der "Spiegel" berichtet.

"Wir, Wirtschaftswissenschaftler und Wirtschaftswissenschaftlerinnen der deutschsprachigen Länder, sehen den Schritt in die Bankenunion, die eine kollektive Haftung für die Schulden der Banken des Eurosystems bedeutet, mit großer Sorge", heißt es in dem Aufruf. Die Ökonomen warnen besonders vor der geplanten europäischen Bankenunion. Unter dieser würden noch "unsere Kinder und Enkel leiden". Die Bankenunion bedeute eine "kollektive Haftung für die Schulden der Banken des Euro-Systems". Da diese fast dreimal so groß seien wie die Staatsschulden, sei es "schlechterdings unmöglich, die Steuerzahler, Rentner und Sparer der bislang noch soliden Länder Europas für die Absicherung dieser Schulden in die Haftung zu nehmen".

Zu den Erstunterzeichnern des Aufrufs gehören neben Sinn der Freiburger Ökonom Bernd Raffelhüschen und Klaus Zimmermann, der frühere Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Als Initiator tritt neben Sinn der Dortmunder Statistiker Walter Krämer auf.

Krämer sagte dem "Spiegel", Sinn und er hätten sich über die Ergebnisse des Euro-Gipfels dermaßen geärgert, dass sie den Entschluss zu einem öffentlichen Appell fassten. "Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte." Es müsse auch in Zukunft möglich sein, dass marode Banken pleitegehen.

Aber nicht alle Ökonomen machen bei dem Aufruf mit. Nach "Handelsblatt"-Angaben wies der Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung, Gustav Horn, die Bitte zur Unterzeichnung brüsk zurück. Er nennt die Aktion erschreckend und spricht vom "Wahn deutscher Professoren".

Quelle: n-tv.de

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