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"Der Abschwung ist unterbrochen": Ifo-Index beendet monatelange Talfahrt

Positive Überraschung zum Wochenanfang: Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hellt sich im November nach sechs Rückgängen in Folge erstmals wieder auf. Der Geschäftsklima-Index steigt. Ökonomen hatten einen weiteren Rückgang erwartet.

Das deutsche Wirtschaftsgetriebe läuft wieder besser.
Das deutsche Wirtschaftsgetriebe läuft wieder besser.(Foto: dpa)

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im November erstmals seit sechs Monaten wieder verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg um 1,5 Zähler auf 104,7 Punkte und legte damit überraschend zu. Volkswirte hatten hingegen einen leichten Rückgang auf 103,0 Punkte nach 103,2 im Vormonat vorausgesagt.

Die optimistischere Grundstimmung der Wirtschaft markiert einen Umschwung beim wichtigsten Konjunkturbarometer in Deutschland, das sich zuvor sechs Monate nacheinander verschlechtert hatte und im Oktober noch auf ein Zwei-Jahres-Tief gefallen war.

"Der Abschwung ist zumindest unterbrochen", erklärte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. "Insgesamt ist es eine gewisse Stabilisierung. Die Erwartungen sind noch im negativen Bereich, sind aber nicht mehr so negativ. Die Lage ist nach wie vor im positiven Bereich, deutlich im positiven Bereich", sagte er bei n-tv. Analysten hatten auf eine Erholung des Ifo-Index gesetzt, nachdem bereits der ZEW-Index am vergangenen Dienstag ein überraschendes Comeback hingelegt hatte und deutlich stärker als erwartet gestiegen war.

Auch die beiden anderen Ifo-Stimmungsindikatoren erholten sich im November. Der Index zur Beurteilung der aktuellen Lage der befragten Unternehmen stieg auf 110,0 von 108,4 Punkten im Vormonat. Die Analysten hatten hier 108,1 Punkte erwartet. Der Index für die Geschäftserwartungen nahm um 1,4 Punkte auf 99,7 Zähler zu. Die befragten Ökonomen hatten 98,6 vorhergesagt.

Den jüngsten Indexdaten aus München und Mannheim stehen allerdings andere Erhebungen gegenüber, die ein pessimistischeres Bild der künftigen Konjunktur zeichnen. In einer vergangene Woche veröffentlichten Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigten sich die Unternehmen zunehmend skeptisch über die weitere Entwicklung. Demnach wollen inzwischen deutlich weniger Betriebe ihre Investitionen ausweiten.

Versöhnlicher Jahresausklang?

"Die Unternehmen haben sich damit abgefunden: Das Winterhalbjahr bringt kaum Wachstum", sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. "Aber sie hoffen auf den Frühling". Das sieht auch LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert so: "Der Ifo zeigt, dass wir mit einem versöhnlichen Jahresausklang zu rechnen haben. Geholfen haben auch der niedrigere Ölpreis und der Rückgang des Euro."

Das Bruttoinlandsprodukt war im dritten Quartal um 0,1 Prozent gewachsen, nachdem es Frühjahr um 0,1 Prozent geschrumpft war. Wegen der Verunsicherung durch Krisen wie in der Ukraine und im Nahen Osten senkten viele Experten ihre Wachstumsprognosen zuletzt deutlich: Für 2014 dürfte es nur noch zu einem Plus von rund 1,2 Prozent reichen. Für das kommende Jahr gehen die Prognosen auseinander. Während die Bundesregierung eine Beschleunigung auf 1,3 Prozent erwartet, rechnen die Wirtschaftsweisen mit einem Rückgang auf 1,0 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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