Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Wirtschaftsklima immer trüber: Ifo malt schwarz für Eurozone

Die Konjunkturaussichten für die Euro-Zone werden immer düsterer. Das Wirtschaftklima habe sich deutlich eingetrübt, erklärt das Münchner Ifo-Institut. Der Index für das vierte Quartal liegt mit 83,7 Punkten weit unter dem langfristigen Durchschnitt.

Das Wirtschaftsklima im Euroraum hat sich im vierten Quartal 2011 stark eingetrübt. Die Schuldenkrise in einigen Ländern des Euroraums und mangelndes Vertrauen in die Wirtschaftspolitik hat sowohl die Beurteilung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen für die nächsten sechs Monate deutlich sinken lassen. Der Ifo-Indikator für das Wirtschaftsklima im Euroraum stürzte auf 83,7 Punkte von 110,6 Zählern im dritten Jahresviertel und liegt damit deutlich unter seinem langjährigen Durchschnitt, wie das ifo Institut für Wirtschaftsforschung am Mittwoch berichtete.

Der Indikator zur Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Lage ging auf 128,7 (Vorquartal: 156,6) Zähler zurück. Die Erwartungen sanken auf 57,4 (83,6) Punkte.

Peripheriestaaten Schlusslicht

In Österreich, Deutschland und Estland wurde die Wirtschaftslage insgesamt noch als "gut" bewertet, in Finnland sowie der Slowakei zumindest als "zufriedenstellend" bezeichnet. In Griechenland, Portugal und Spanien wurde die aktuelle wirtschaftliche Situation dagegen erneut mit den niedrigsten Bewertungen auf der Skala beurteilt, teilte das Ifo-Institut mit. Aber auch in Frankreich, Irland und Italien werde die derzeitige wirtschaftliche Situation eher als schwach angesehen.

Die wirtschaftlichen Aussichten im Euroraum werden im Durchschnitt überwiegend negativ bewertet. Nur in Irland - allerdings ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau - wird mit einer Verbesserung der Wirtschaftslage gerechnet.

Die Inflationserwartungen sind leicht gesunken. Im Euroraum wird 2011 nun eine Preissteigerungsrate von 2,5 Prozent im Jahresdurchschnitt erwartet. Angesichts gedämpfter Konjunktur- und Inflationserwartungen gehen deutlich weniger Experten als noch in der Vorquartalsumfrage von steigenden langfristigen Zinsen im Laufe der nächsten sechs Monate aus.

"Vertrauen" mangelhaft

Der Euro-Dollar-Wechselkurs wird nach Meinung der befragten Experten in den nächsten sechs Monaten weitgehend unverändert bleiben. Die befragten Wirtschaftsexperten nannten als derzeit wichtigstes wirtschaftliches Problem im Euroraum weiterhin "öffentliche Haushaltsdefizite". An zweiter Stelle der Problemliste rangiert diesmal "mangelndes Vertrauen in die Wirtschaftspolitik des eigenen Landes", gefolgt von "Arbeitslosigkeit".

Die vom Ifo-Institut in Zusammenarbeit mit der Internationalen Handelskammer in Paris durchgeführte Umfrage basierte im Oktober auf den Meldungen von 273 Volkswirtschaftsexperten.

Quelle: n-tv.de

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