Wirtschaft

Schuldenobergrenze wird früher erreicht: In den USA steigt die Nervosität

Es ist wie beim weltberühmten "Dinner for One": the same procedure as every year. Wieder einmal nähern sich die Vereinigten Staaten der Schuldenobergrenze, schon im Oktober soll sie erreicht sein. Das Weiße Haus appelliert bereits an den Kongress, gemeinsam zu einer Lösung zu kommen.

Der Finanzminister ist bereits unruhig.
Der Finanzminister ist bereits unruhig.(Foto: picture alliance / dpa)

Die USA könnten die Schuldenobergrenze Mitte Oktober erreichen und ab diesem Zeitpunkt nicht mehr in der Lage sein fällige Rechnungen zu bezahlen, heißt es aus Finanzkreisen in Washington. Dieses Zeitfenster könnte den Druck auf den Kongress erhöhen, sich in den kommenden Wochen entweder auf eine Anhebung der Schuldenobergrenze von derzeit 16,7 Billionen Dollar zu verständigen oder aber ein Maßnahmenpaket zur Reduzierung der Schuldenlast zu beschließen.

Das Weiße Haus hat die Abgeordneten des Kongresses dazu aufgerufen, sich auf eine Lösung zu verständigen, bevor es erneut zu heftigen Reaktionen an den Finanzmärkten kommt. 2011 hatten die sich hinziehenden Verhandlungen um eine Anhebung der Schuldenobergrenze zu starken Turbulenzen an den Finanzmärkten geführt. US-Finanzminister Jacob Lew hatte bereits in der vergangenen Woche davor gewarnt, dass das Scheitern einer Anhebung der Schuldenobergrenze "schlimme Auswirkungen auf die Nation haben würde".

Ein Erreichen der Schuldenobergrenze Mitte Oktober wäre ein früherer Zeitpunkt als vom Kongress erwartet. Erst im Mai hatte die Regierung die Zahlungsfähigkeit durch Sondermaßnahmen wie das Aussetzen von staatlichen Beiträgen in Pensionskassen verlängert, um dem Kongress einen größeren Spielraum zu verschaffen. Neue Schulden aufnehmen darf die Regierung bis zu einer Anhebung der Grenze durch den Kongress nicht.

Im Sommer 2011 hatte das Ringen um die Anhebung der Schuldenobergrenze die USA an den Rand der Zahlungsunfähigkeit gebracht. Zuletzt erreichte das Land den erlaubten Höchststand für die Staatsverschuldung am 31. Dezember 2012. Ende Januar dieses Jahres einigte sich der Kongress auf einen Kompromiss, der die Obergrenze bis zum 18. Mai aussetzte.

Quelle: n-tv.de

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