Wirtschaft
Dassault Rafale: Vor allem der Preis kann offenbar überzeugen.
Dassault Rafale: Vor allem der Preis kann offenbar überzeugen.(Foto: REUTERS)

Aufstrebende Großmacht rüstet auf: Indien kauft Dassault-Kampfjets

Die Schweiz entscheidet sich gegen den "Rafale"-Kampfjet aus Frankreich. Macht nichts, denn Indien wartet mit einem Großauftrag für den Eurofighter-Konkurrenten auf. 126 Maschinen ordert die aufstrebende Wirtschaftsmacht. Frankreichs Präsidenten Sarkozy, den Hersteller Dassault und dessen Anleger freut der Rüstungsdeal.

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Mal verliert man, mal gewinnt man: Frankreich hat für seinen Kampfjet Rafale erstmals einen Großauftrag aus dem Ausland an Land gezogen: Die indische Regierung bestellte 126 Maschinen, wie Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy bestätigte. Sarkozy nannte den Preis von geschätzt 12 Mrd. Dollar (gut 9 Mrd. Euro) als Grund für die Entscheidung, außerdem kündigte er "wichtige Technologietransfers" an.

Der französische Flugzeugkonzern Dassault setzte sich mit dem Kampfjet Rafale gegen den Eurofighter des europäischen Luftfahrtkonzerns EADS durch. Es handelt sich um einen der derzeit größten Rüstungsaufträge weltweit. An der Börse in Paris legte die Dassault-Aktie daraufhin um mehr als 20 Prozent zu.

Großteil in Indien gebaut

Durch die Bestellung aus Indien exportiert Frankreich erstmals seine Rafale ins Ausland. Noch im Dezember hatte Verteidigungsminister Gérard Longuet angekündigt, dass die Produktion des Kampfflugzeugs mangels Nachfrage aus dem Ausland mittelfristig eingestellt werden könnte. Großabnehmer war bisher die französische Armee, die die Rafale unter anderem in Libyen einsetzte. Nun ist vorgesehen, dass Indien die ersten 18 Kampfjets direkt einkauft, die übrigen 108 sollen in Indien gebaut werden.

Der Vertrag mit der indischen Regierung muss allerdings noch im Detail festgezurrt werden. Sarkozy sicherte dafür die "volle Unterstützung" der französischen Regierung zu. Er sprach von einem "fairen und transparenten" Wettbewerb um den Auftrag. Die Rafale-Kampfjets seien wegen der Gesamtkosten bezogen auf ihre Lebensdauer ausgewählt worden.

Nach Angaben aus indischen Regierungskreisen hatten die Franzosen den Preis für die Eurofighter Typhoon unterboten. Der Eurofighter war von Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien gemeinsam entwickelt worden. Im April 2011 waren bei einer Vorauswahl vor allem zu den Einsatzfähigkeiten bereits russische, schwedische und US-Konkurrenten aus dem Rennen ausgeschieden.

Die Schweiz hatte sich ebenfalls wegen des Preises Ende vergangenen Jahres für Kampfjets aus Schweden entschieden: 22 Maschinen des Typs "JAS-39 Gripen" für 3,4 Mrd. Franken (2,8 Mrd. Euro) urden geordert. Auch Dassault hatte um die Gunst der Schweiter gebuhlt.

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Quelle: n-tv.de

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