Wirtschaft

Negative ÜberraschungIndustrie drosselt Produktion

08.12.2009, 12:55 Uhr

Das Produzierende Gewerbe in Deutschland stellte im Oktober 1,8 Prozent weniger her als im Vormonat. Analysten hatten mit einem Plus von einem Prozent gerechnet. Laut Wirtschaftsministerium wird sich die Erholung der Industrieproduktion im vierten Quartal "mit gedämpfter Dynamik fortsetzen".

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Produktion im Sindelfinger Daimler-Werk. (Foto: dpa)

Die deutsche Industrie hat im Oktober ihren Ausstoß überraschend gedrosselt. Nach Angaben aus dem Bundeswirtschaftsministerium stellte das Produzierende Gewerbe 1,8 Prozent weniger her als im Vormonat. Analysten hatten mit einem Plus von einem Prozent gerechnet. Trotz des Dämpfers sieht das Ministerium weiterhin gute Chancen, dass die Industrie ihre Aufholjagd nach dem schweren Einbruch zu Jahresbeginn fortsetzen kann: "Die Erholung der Industrieproduktion dürfte sich im vierten Quartal mit gedämpfter Dynamik fortsetzen."

Die Industrieproduktion ging im Oktober allerdings um 1,6 Prozent zurück. Am stärksten war das Minus bei den Investitionsgüterproduzenten, die 3,5 Prozent weniger herstellten als im September. Im Maschinenbau wurde die Produktion um 7,6 Prozent gedrosselt, bei den Autoherstellern und -zulieferern lag das Minus bei 3,3 Prozent.

Bei den Konsumgütern wurde der Ausstoß um 1,9 Prozent zurückgefahren. Für einen kleinen Lichtblick sorgten die Hersteller von Vorleistungsgütern, die die Produktion um 0,6 Prozent steigerten.

Die Energiewirtschaft drosselte die Produktion hingegen um 3,4 Prozent. Deutlich schlechter lief es trotz des milliardenschweren Konjunkturpakets auch auf dem Bau. Die Firmen fuhren die Fertigung um 2,4 Prozent zurück.

Minus bei Aufträgen

Wie tief der Einbruch immer noch ist, zeigt der Vergleich mit dem Vorjahr: Die Produktion lag um gut zwölf Prozent tiefer als im Oktober 2008.

Die Industrie hat im Oktober auch wieder ein Auftragsminus verkraften müssen: Binnen Monatsfrist gingen die Bestellungen überraschend um 2,1 Prozent zurück. Nach sieben Monaten mit steigenden Aufträgen kam es damit erstmals seit dem Ende der Rezession zu einem Rückschlag. Insbesondere die schwächere Auslandsnachfrage und weniger Großaufträge machten dem Verarbeitenden Gewerbe zu schaffen.

Quelle: wne/rts