Wirtschaft
Die Infinus-Gruppe in Dresden (hier der Firmensitz) soll rund 25.000 Anleger betrogen haben.
Die Infinus-Gruppe in Dresden (hier der Firmensitz) soll rund 25.000 Anleger betrogen haben.(Foto: picture alliance / dpa)

Einer der größten Finanzskandale: Infinus-Gläubiger fordern Milliarden-Betrag

Der Dresdner Finanzdienstleister Infinus gehört zu den weniger bekannten, aber dennoch großen Spielern auf dem Markt. Ermittler vermuten nun falsche Angaben in Prospekten sowie ein Schneeball-System. Inzwischen sitzen sechs Beschuldigte in Haft.

Der Fall der Dresdner Finanzfirmengruppe Infinus weitet sich offenbar zu einem der größten Finanzskandale Deutschlands aus. Wie die "Sächsische Zeitung" berichtet, summieren sich die Forderungen der Gläubiger inzwischen auf rund eine Milliarde Euro. Allein in einer der Projektbilanzen 2012 stünden Verbindlichkeiten von 710 Millionen Euro.

Die Staatsanwaltschaft Dresden wirft dem Finanzdienstleister vor, in den Verkaufsprospekten für Wertpapiere konzerneigener Firmen "unrichtige Angaben zur Vermögens- und Ertragslage" gemacht zu haben. Zudem prüften die Ermittler, ob die Gruppe sich über ein Schneeballsystem finanziert habe, bei dem ausstehende Zahlungen an Anleger durch Einlagen von Neukunden finanziert worden seien, heißt es unter Berufung auf Oberstaatsanwalt Lorenz Haase weiter.

Infinus hatte sämtliche Vorwürfe im November als haltlos zurückgewiesen, reagiert aber seitdem auf Anfragen nicht mehr. Damals mussten nach Razzien 17 der insgesamt 22 Firmen rund um die wichtigsten Gesellschaften "Infinus AG Ihr Kompetenzpartner", "Future Business KG auf Aktien" (Fubus) sowie "Prosavus AG" Insolvenz anmelden.

25.000 Anleger um 400 Millionen geprellt?

Laut Oberstaatsanwalt Haase sei offen, wie lange die Ermittlungen noch dauerten, berichtet die Zeitung. Die Staatsanwaltschaft vermutet, es könnten rund 25.000 Anleger um etwa 400 Millionen Euro betrogen worden sein. Die Schadenshöhe hängt davon ab, wie viel Vermögen noch sichergestellt werde - und was davon die Insolvenzverwalter verwerten können.

Die Behörde ermittelt dem Bericht zufolge inzwischen gegen zehn Beschuldigte. Im Fokus stünden neben den bereits sechs inhaftierten Managern und Aufsichtsräten der Infinus-Gruppe noch zwei Goldhändler aus Salzburg sowie der Wirtschaftsprüfer und der Steuerberater der Infinus-Gruppe. Auch in Österreich laufe ein Verfahren. So bestehe bei 25 Vermittler des Finanzvertriebs der Verdacht, über den Erwerb von Policen eines österreichischen Versicherers Geld gewaschen haben.

Quelle: n-tv.de

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