Wirtschaft
Die Inflation in Deutschland sinkt, obwohl die Nahrungsmittelpreise explodieren.
Die Inflation in Deutschland sinkt, obwohl die Nahrungsmittelpreise explodieren.(Foto: picture alliance / dpa)

Trotz hoher Lebensmittelpreise: Inflation in Deutschland sinkt deutlich

Verbraucher können aufatmen: Die Preise in Deutschland klettern immer langsamer – obwohl die Nahrungsmittelpreise explodieren und die Notenbanken soviel Geld ins System pumpen wie nie zuvor. Trotzdem liegt die Inflationsrate nun deutlich unter der Warnschwelle, ab der die Währungshüter nervös werden.

Trotz des weiterhin kräftigen Preisanstiegs bei Nahrungsmitteln ist die Inflationsrate in Deutschland wieder auf dem Rückzug. Die Jahresteuerung sank im Jahresvergleich von 1,9 Prozent im Juli deutlich auf 1,5 Prozent im August, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang auf 1,7 Prozent erwartet.

Damit liegt die Rate wieder deutlich unter der Warnschwelle von 2,0 Prozent, bis zu der die Europäische Zentralbank (EZB) ein stabiles Preisniveau gewahrt sieht. Die relativ niedrige Inflationsrate sei insbesondere auf die moderate Entwicklung der Preise für Mineralölprodukte im Jahresvergleich zurückzuführen, so die Statistiker. Denn für Kraftstoffe und Haushaltsenergie zusammen mussten die Verbraucher im August nur 0,4 Prozent mehr bezahlen als vor einem Jahr.

Lebensmittelpreise explodieren

Hingegen kosteten Nahrungsmittel mit 4,9 Prozent mehr als im August 2012. Der Preisanstieg liegt damit deutlich über dem Durchschnitt. Das treibt die Gesamtteuerung nach oben - wenn auch nicht mehr ganz so rasant wie im Juli, als sich Lebensmittel auf Jahressicht um 5,7 Prozent verteuert hatten.

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht die Details zur Preisentwicklung erst am 11. September. Doch auch die Inflationszahlen in den einzelnen Bundesländern liefern bereits Belege dafür, dass die Preisexplosion bei Lebensmitteln anhält. In Bayern kletterten im August etwa die Preise für Butter binnen Jahresfrist um 28,5 Prozent, während Obst 6,3 Prozent und Gemüse 6,7 Prozent teurer waren als im August 2012.

"Die Nahrungsmittelpreise beginnen gerade erst, sich Richtung Normalniveau zu bewegen. Die Inflation sollte also weiter sinken", sagte Ökonom Christian Schulz von der Berenberg Bank. Allerdings drohten durch die Syrien-Krise steigende Kraftstoffpreise. Das könne den Rückgang vorrübergehend bremsen. Der harte Wettbewerb in Deutschland und Europa verhindere, dass Unternehmen höhere Lohnkosten an die Verbraucher weitergeben, ist Schulz überzeugt: "Das wird sich so schnell auch nicht ändern."

Quelle: n-tv.de

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