Ölpreise drücken TeuerungInflation sinkt auf Null

Eine Inflation existiert in Deutschland aktuell nicht mehr. Die Teuerung sinkt wegen der rückläufigen Energiepreise auf Null. In der EZB wächst die Sorge um die Preisentwicklung in Europa.
Der immer stärkere Rückgang der Energiepreise hat die Inflation in Deutschland auf 0,0 Prozent gedrückt. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes verharrten die Verbraucherpreise im September auf dem Niveau des Vorjahresmonats. Im August hatte die Inflationsrate bei 0,2 Prozent gelegen, im Mai noch bei 0,7 Prozent.
Für Kraftstoffe und Haushaltsenergie mussten die deutschen Verbraucher 9,3 Prozent weniger bezahlen als vor einem Jahr. Lebensmittel verteuerten sich dagegen um 1,1 Prozent und Nettokaltmieten um 1,2 Prozent.
Auch Verbraucherpreisindex fällt
Wegen der Konjunkturabkühlung in China und anderen Schwellenländern sowie einer Förderschwemme in einer Reihe von Erdöl produzierenden Ländern sind die Ölpreise seit Juni um rund ein Drittel eingebrochen. Die gesunkenen Ölpreise sind zwar für Konsumenten und Unternehmen gut, zugleich wird aber die ohnehin schon niedrige Inflation weiter gedämpft.
Die Europäische Zentralbank (EZB), die eine Inflationsrate von knapp 2 Prozent anstrebt, muss sich deshalb verstärkt Sorgen über die schwache Preisentwicklung in der Eurozone machen. In der Zentralbank selbst verweist man gerne darauf, dass die für die künftige Inflation wichtigen Inflationserwartungen gerade dann abzurutschen drohen, wenn sich die aktuelle Inflation dem Nullpunkt nähert.
Wichtig für die EZB ist der für europäische Vergleichszwecke berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für den gesamten Euroraum. Für Deutschland sank der HVPI im September um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, im Monatsvergleich fiel er um 0,3 Prozent. Volkswirte hatten einen Rückgang um 0,1 Prozent auf Jahres- und ein Minus von 0,2 Prozent auf Monatssicht prognostiziert.