Wirtschaft
Stabiler als gefühlt.
Stabiler als gefühlt.(Foto: REUTERS)

Benzin und Öl billiger: Inflation sinkt weiter

Entgegen des Gefühls der meisten Verbraucher sinkt die Inflation in Deutschland weiter. Dazu tragen vor allem günstigere Mineralölprodukte bei. Dass sich das Sparschwein dennoch magerer anfühlt, hat andere Gründe.

Der kräftige Preisrückgang bei Kraftstoffen und Heizöl hat die Inflation erneut gedrückt. Im September sank die Jahresteuerung von 1,5 Prozent im Vormonat auf 1,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Damit liegt die Inflationsrate deutlich unter der von der Europäischen Zentralbank gesetzten Rate von 2,0 Prozent. Binnen Jahresfrist verbilligten sich vor allem leichtes Heizöl (- 5,8 Prozent) und Kraftstoffe (- 6,7 Prozent).

Das dämpfte die Gesamtteuerung: Ohne Berücksichtigung der Mineralölpreise hätte die Teuerungsrate bei 1,9 Prozent gelegen. Hingegen liegt der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln mit plus 4,7 Prozent zum September 2012 weiterhin deutlich über der Gesamtteuerung. Im August kosteten Lebensmittel noch 4,9 Prozent mehr als zwölf Monate zuvor, im Juli 5,7 Prozent mehr. Trotzdem sind die Preissprünge etwa bei Kartoffeln mit plus 31 Prozent oder bei Butter mit plus 29 Prozent nach wie vor sehr hoch.

Im Gegensatz zur günstigen Preisentwicklung bei Mineralölprodukten mussten die Verbraucher im September auch für Strom (+ 11,5 Prozent) und feste Brennstoffe (+ 6,1 Prozent) erheblich tiefer in die Tasche greifen als vor einem Jahr.

Insgesamt entfernt sich die Inflationsrate in Deutschland aber immer weiter von der Warnschwelle der Europäischen Zentralbank - und das, obwohl die Leitzinsen auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent verharren: Die Währungshüter sehen ein stabiles Preisniveau bei Werten von knapp unter 2,0 Prozent gewahrt.

Ungeachtet der öffentlichen Debatte um zunehmend unbezahlbaren Wohnraum sind die Nettokaltmieten nach den Zahlen der Statistiker tatsächlich binnen Jahresfrist nur um 1,4 Prozent gestiegen - und damit exakt im gleichen Umfang wie die Verbraucherpreise insgesamt.

Dass die Statistik und die gefühlte Inflation auseinanderklaffen, liegt unter anderem am Warenkorb. So kann etwa die Freude über einen günstigeren Flachbildschirm die Belastungen durch den teureren Wocheneinkauf im Supermarkt nicht ausgleichen. Zudem frisst auch eine Inflationsrate von 1,4 Prozent an den Löhnen. So bleibt derzeit aufgrund des aktuell niedrigen Anstieges der sogenannten Nominallöhne von Einkommenssteigerungen kaum etwas übrig.

Quelle: n-tv.de

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