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Traditionsunternehmen gerettet: Investorengruppe übernimmt Loewe

Einst gilt Loewe als TV-Pionier. Doch dann verpasst das Unternehmen den technischen Anschluss und muss 2013 Insolvenz anmelden. Nun gibt es neue Investoren. Und auch bei den Produkten soll sich einiges ändern.

Der Fernsehhersteller Loewe ist gerettet - und bleibt in deutscher Hand. Das Kronacher Unternehmen, das Anfang Oktober Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet hatte, gehört künftig einer Investorengruppe. Der Vorstand der Loewe AG bleibt an Bord.

Loewe-Fernseher waren im Premiumbereich angesiedelt. Doch auch in diesem Bereich wurde die Konkurrenz immer härter.
Loewe-Fernseher waren im Premiumbereich angesiedelt. Doch auch in diesem Bereich wurde die Konkurrenz immer härter.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Gruppe, zu der den Angaben zufolge deutsche Familienunternehmer und ehemalige Topmanager der Firmen Apple und Bang & Olufsen gehören, übernimmt wesentliche Teile von Loewe. Über die Höhe des vereinbarten Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart. Die Loewe AG soll nun in Kürze vom Kurszettel verschwinden und abgewickelt werden. Wie viele der zuletzt noch 650 Jobs erhalten werden, ließ der Konzern ebenso offen wie die konkrete Identität der Käufer. Ein Sprecher kündigte nähere Details für Freitag an, nachdem die Belegschaft informiert worden ist.

Seit mehr als zehn Jahren ernste Probleme

Die neuen Eigentümer setzen verstärkt auf Smart-Home-Entertainment und Digital-Lifestyle-Produkte. Zudem wollen sie die strategische Partnerschaft mit dem chinesischen Technologielieferanten Hisense ausweiten. Die neue Unternehmenszentrale in München soll ebenso bestehen bleiben wie die Entwicklungszentren in Kronach und Hannover sowie weitere zentrale Unternehmensfunktionen am Hauptstandort Kronach.

Loewe war lange Zeit eine Erfolgsgeschichte, hat jedoch seit mehr als zehn Jahren ernste Probleme. Zuerst verschlief das Traditionsunternehmen den Umstieg auf Flachbildschirme, dann machte ihm die gestiegene Konkurrenz im Fernsehmarkt zu schaffen.

Auch im Premiumbereich wird die Konkurrenz härter

Preisverfall und Überangebot forderten auch unter weitaus größeren Herstellern Opfer. Loewes Großaktionär Sharp, ein japanischer Fernsehhersteller, kam selbst ins Trudeln und ist bemüht, durch Anteils- und Fabrikverkäufe Geld in die Kasse zu holen. In der Nische, die sich Loewe mit designorientierten Highend-Fernsehern gesucht hatte, ist es eng geworden.

Das Kronacher Unternehmen versuchte, mit einem kräftigen Stellenabbau gegen die Misere zu steuern, und brachte bereits eine Restrukturierung auf den Weg. Die Streichung von zunächst 180 Arbeitsplätzen und ein Sanierungstarifvertrag bildeten die Grundlage dafür, dass die Banken die Kreditlinien von Loewe bis Ende März 2014 verlängert hatten. Zudem brachte das Unternehmen zuletzt neue Produkte auf den Markt.

Trotzdem musste Loewe im Juni den Verlust von mehr als der Hälfte des Grundkapitals feststellen und plante zum Ausgleich des Verlusts zunächst eine einfache Kapitalherabsetzung. An einer anschließenden Kapitalerhöhung sollten sich bestehende Aktionäre und neue Investoren beteiligen. Dies gelang jedoch nicht rechtzeitig. Es folgten der Gläubigerschutz und das Insolvenzverfahren.

Quelle: n-tv.de

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