Wirtschaft
Geschichte wiederholt sich: In Irland könnte nur wenige Jahre nach dem letzten Immobilien-Crash die nächste Blase drohen.
Geschichte wiederholt sich: In Irland könnte nur wenige Jahre nach dem letzten Immobilien-Crash die nächste Blase drohen.(Foto: REUTERS)

Sechs Jahre nach dem letzten Crash: Irland steht vor neuer Immobilienblase

Der irische Immobiliencrash im Jahr 2008 reißt die Banken des Landes in den Abgrund und treibt Irland an den Rand der Pleite. Nun könnte sich das Ganze wiederholen, warnen Experten.

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Nur sechs Jahre nach dem Platzen der Immobilienblase 2008 ziehen in Irland die Preise wieder stark an - und es droht laut Experten bereits die nächste Krise. Weil nicht genügend neue Wohnungen gebaut und kaum Häuser verkauft werden, steigen die Preise, warnte Conall Mac Coille, Chefvolkswirt bei Davy Stockbrokers. Zuvor hatte die Statistikbehörde des Landes mitgeteilt, dass die Hauspreise im April landesweit auf Monatssicht um 1,4 Prozent und gegenüber dem Vorjahr um 8,5 Prozent gestiegen waren. In der Region Dublin hatten sich die Preise im Jahresvergleich sogar um 17,7 Prozent erhöht.

Während die irische Regierung die steigenden Immobilienpreise als Zeichen für die Erholung der Wirtschaft nach dem Crash begrüßte, zeigte sich Mac Coille besorgt. Der irische Immobilienmarkt sei keineswegs in guter Verfassung, weil der Mangel an Neubauten und die geringe Zahl an Verkaufstransaktionen die Preise in die Höhe trieben, schrieb er in einem Bericht für den irischen Bankenverband. Die Regierung müsse zusätzliche Flächen für den Wohnungsbau im Raum Dublin ausweisen, forderte er.

Haushalte zahlen Schuldenberge ab

Allerdings sollte sie von jeglichen Maßnahmen zur Unterstützung von Erstkäufern absehen, da dies die Lage nur noch verschärfen würde. Die Zahl der Hausverkäufe sei zwar gestiegen, liege in Dublin aber weiterhin auf "außergewöhnlich niedrigem" Niveau.

Die irischen Haushalte zahlten die hohen Schuldenberge ab, die während der Krise aufgelaufen seien, und die Banken hätten genügend Mittel, um Erstkäufern Kredite zu gewähren. Doch sollte jeder Maßnahme, die die Konditionen für Erstkäufer lockern würden, eine Absage erteilt werden, mahnt der Chefvolkswirt.

Wegen der steigenden Immobilienpreise und Mieten haben auch andere Wohnungsbauexperten und gemeinnützige Unternehmen schon vor einem Wohnungsmangel in der Hauptstadt gewarnt. Der irische Immobiliencrash im Jahr 2008 hatte die Banken des Landes in den Abgrund gerissen und das Land an den Rand der Insolvenz getrieben. Zahlreiche Bauunternehmen und Projektentwickler gingen bankrott. Trotz der jüngsten Erholung liegen die Immobilienpreise immer noch um 46,3 Prozent unter den Anfang 2007 verzeichneten Höchstständen.

Quelle: n-tv.de

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