Wirtschaft
Fühlt sich wieder obenauf: Italiens Ex-Ministerpräsident Berlusconi (Archivbild)
Fühlt sich wieder obenauf: Italiens Ex-Ministerpräsident Berlusconi (Archivbild)(Foto: picture alliance / dpa)

Berlusconi freut's: Italien steckt in Rezession fest

Italiens Volkswirtschaft, die drittgrößte der Eurozone, schrumpft seit mittlerweile eineinhalb Jahren. Ex-Ministerpräsident Berlusconi sieht den Grund dafür in den harten Sparmaßnahmen der Regierung Monti. Berlusconi will einen anderen Weg gehen - und die jüngsten Wirtschaftsdaten spielen ihm in die Karten.

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Das kurz vor Neuwahlen stehende Italien steckt in der längsten Rezession seit 20 Jahren. Das Bruttoinlandsprodukt fiel zwischen Oktober und Dezember um 0,9 Prozent und damit deutlicher als erwartet. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone schrumpfte das sechste Quartal in Folge. Eine so lange Durststrecke hat es zuletzt 1992/93 gegeben.

Die Krise schmälert die Chancen auf ein gutes Abschneiden von Ministerpräsident Mario Monti bei der Wahl am 24. und 25. Februar. Er wollte mit Reformen und Sparprogrammen das Land aus der Krise führen. Seine politischen Gegner versprechen dagegen Steuersenkungen im Falle eines Wahlsieges. Sowohl das Mitte-Links-Bündnis von Pier Luigi Bersani als auch das rechte Lager von Montis Vorgänger Silvio Berlusconi wollen den harten Sparkurs beenden.

Nervöse Märkte

Experten erwarten, dass der Umgang mit der Wirtschaftskrise wichtigstes Kriterium der Wähler sein wird. "Nach so schlechten Zahlen wird die Konjunktur zum Top-Thema in den letzten Wahlkampftagen", sagte Ökonom Paolo Pizzoli von ING in Mailand. Analysten gehen davon aus, dass die Rezession erst in der zweiten Jahreshälfte enden wird.

An den Finanzmärkten wird nervös auf die politische Entwicklung geschaut, weil Berlusconi in den jüngsten Meinungsumfragen an Zustimmung gewonnen hat. Er will viele Reformen zurückdrehen und beispielsweise die unpopuläre Immobiliensteuer wieder abschaffen will. Der Mailänder Aktienindex fiel angesichts des ungewissen Wahlausgangs seit Ende Januar um mehr als 1300 auf 17.520 Punkte.

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Quelle: n-tv.de

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