Wirtschaft
Silvio Berlusconi: Seine Rede vor dem Parlament sorgte nur kurz für Beruhigung.
Silvio Berlusconi: Seine Rede vor dem Parlament sorgte nur kurz für Beruhigung.(Foto: picture alliance / dpa)

Renditen italienischer Anleihen steigen: Italiens Wirtschaft am Boden

Neben den Schuldenproblemen drängen sich in Italien immer mehr wirtschaftliche Schwächen in den Vordergrund: Das Bruttoinlandsprodukt wächst im abgelaufenen Quartal nur leicht, die Industrieproduktion ist im Juni sogar rückläufig. Beides schürt die Ängste an den Finanzmärkten vor Italien als nächstem Wackel-Kandidaten in der Euro-Schuldenkrise.

Für Italien kommt es knüppeldick: Die Wirtschaft des hoch verschuldeten Landes kommt nur mühsam aus der Krise. Probematisch erweist sich zudem die überraschend sinkende Industrieproduktion. Beides schürt wiederum Ängste an den Finanzmärkten: die Renditen italienischer Staatsanleihen liegen derzeit über denen vergleichbarere spanischer Papiere.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Italiens ist zwischen April und Juni um 0,3 Prozent zum Vorquartal gestiegen, wie das italienische Statistik-Institut mitteilte. Volkswirte hatten dieses leichte Plus erwartet. Im ersten Quartal war das BIP um 0,1 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal lag das Wachstum im zweiten Quartal - ebenfalls wie erwartet - bei 0,8 Prozent.

Industrieproduktion fällt zurück

Italiens Industrie senkte im Juni überraschend ihre Produktion. Dies verdeutlicht ebenso, wie schwer sich die Wirtschaft des hoch verschuldeten Landes tut, die Stagnation hinter sich lzu assen. Die Industrieproduktion sank um 0,6 Prozent zum Vormonat, wie die Statistiker weiter mitteilten. Analysten hatten im Schnitt mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet. Zuletzt hatten Umfragen ergeben, dass der Sektor auch schwach ins zweite Quartal gestartet war.

Zinsen klettern deutlich

Italien steht derzeit massiv im Fokus der Finanzmärkte und gilt als größter Wackelkandidat in der Euro-Schuldenkrise. Die Regierung in Rom stemmt sich gegen ein Überschwappen der Krise von Griechenland und Portugal, die bereits unter den Rettungsschirm schlüpfen mussten. Wegen des Vertrauensverlustes muss Italien Investoren für seine Staatsanleihen derzeit deutlich gestiegene Zinsen bieten.

Das verteuert die Refinanzierung für die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone massiv und verschlechtert die Lage damit erneut. Die Zinsen erreichen fast das Niveau, bei dem Länder wie Griechenland, Irland und Portugal die Segel strichen und auf Hilfen ihrer Euro-Partner zurückgriffen.

Der Zins auf italienische Staatsanleihen hat am Freitag den für spanische Papiere überstiegen. Die Rendite zehnjähriger italienischer Anleihen stieg in der Spitze bis auf 6,406 Prozent. Die spanischen Papiere rentierten mit 6,21 Prozent.

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Quelle: n-tv.de

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