Wirtschaft
JP Morgan gilt eigentlich als einer der großen Gewinner der Finanzkrise. Doch es gibt zahlreiche Rechtsstreitigkeiten.
JP Morgan gilt eigentlich als einer der großen Gewinner der Finanzkrise. Doch es gibt zahlreiche Rechtsstreitigkeiten.(Foto: REUTERS)

Vier Milliarden Dollar für dubiose Häuserkredite?: JP Morgan kommt billiger davon

Im Zusammenhang mit umstrittenen Hypothekengeschäften wird die US-Großbank JP Morgan angeblich eine Strafe vier Milliarden Dollar zahlen müssen. Beobachter sprechen von einem "großen Coup". Die Summe ist nur ein Bruchteil der erwarteten Strafe.

JP Morgan kommt der massenweise Verkauf minderwertiger Hypotheken vor der Finanzkrise teuer zu stehen. Einem Insider zufolge zahlt die US-Großbank voraussichtlich vier Milliarden Dollar, um einen Rechtsstreit mit der US-Immobilienbehörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) beizulegen. Wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person berichtete, ist die provisorische Einigung Teil einer angestrebten umfassenden Beilegung von zahlreichen Rechtsstreitigkeiten mit den US-Behörden. Ende September war bekanntgeworden, dass JP Morgan hierzu wohl insgesamt elf Milliarden Dollar zahlen muss.

Provisorische Einigung mit Housing Agency

Die FHFA verfolgte die Klage stellvertretend für die Immobilienagenturen Fannie Mae und Freddie Mac. Weder die FHFA noch JP Morgan wollten eine Stellungnahme zu der Einigung abgeben, über die Ende der Woche zunächst das "Wall Street Journal" berichtet hatte.

Die FHFA hatte JP Morgan wegen Hypothekenpapieren im Volumen von 33 Milliarden Dollar verklagt. Eine Zahlung von vier Milliarden Dollar wären etwa zwölf Prozent dieser Summe und damit vergleichsweise wenig. Deshalb erklärte Branchenexperte Josh Rosner von der Beratungsfirma Graham Fisher & Co, die Einigung erscheine auf den ersten Blick "ein großer Coup" der Bank. 

JP Morgan werden - wie vielen anderen Großbanken auch - Tricksereien beim Verkauf von Wertpapieren und Immobilienkrediten vor der Finanzkrise zur Last gelegt. Nachdem der US-Häusermarkt kollabiert war, wurden die meisten mit Hypotheken besicherten Wertpapiere wertlos und brockten ihren Besitzern hohe Verluste ein. Viele von ihnen machten danach Schadenersatz geltend, weil sie sich bewusst getäuscht sahen.

Quelle: n-tv.de

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