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Die Rücklagen für faule Kredite sinken.
Die Rücklagen für faule Kredite sinken.(Foto: REUTERS)

Investmentbanking läuft prima: JP Morgan verdient prächtig

Die US-Großbank JP Morgan Chase blickt auf ein erfolgreiches Quartal zurück. Besonders erfreulich lief es erneut im wichtigen Investmentbanking. Auch Konkurrent Wells Fargo überrascht positiv. Die Ergebnisse lassen darauf hoffen, dass sich die Branche weiter erholt.

JP Morgan hat die Berichtssaison der US-Banken mit einem soliden Gewinnsprung eröffnet: Der Überschuss legte im zweiten Quartal auf 6,5 Milliarden Dollar zu, im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von fast einem Drittel. Das Unternehmen schnitt vor allem im Investmentbanking besser ab als erwartet. Doch JP Morgan profitierte auch davon, dass etwa im Immobiliengeschäft einen Teil der Risikovorsorge für faule Kredite aufgelöst werden konnte.

Das Institut setzte damit zum Auftakt der Berichtssaison der Großbanken wie schon zum Jahresstart ein positives Zeichen. Ganz überraschend kommen die guten Zahlen im zweiten Quartal nicht: Konzernchef Jamie Dimon hatte die Aktionäre schon im Juni auf eine erfreuliche Entwicklung eingestimmt und gute Geschäfte im Handelsbereich in Aussicht gestellt. Nun sagte Dimon, dass sich die US-Wirtschaft weiter verbessern dürfte.

Im Investmentbanking fuhr JP Morgan einen Nettogewinn von 2,8 Mrd. Dollar ein - 19 Prozent mehr als vor einem Jahr. Damals hatte ein Londoner Händler mit dem Spitznamen "der Wal" mit hochriskanten Wetten Milliarden in den Sand gesetzt, die sich tief in die Quartalsbilanz fraßen. Solche Sonderbelastungen gab es dieses Mal nicht. Insbesondere im Handel liefen die Geschäfte besser, als viele Branchenexperten angesichts des Auf und Ab an den Märkten zuletzt erwartet hatten.

Das Tagesgeschäft zog allerdings nicht ganz so kräftig an wie erhofft. Dimon verwies darauf, dass die Kreditnachfrage insgesamt verhalten bleibe. "Wir sehen aber viele Anzeichen dafür, dass sich die US-Wirtschaft weiter erholt." Das dürfte im Jahresverlauf auch dem Kreditgeschäft der Banken helfen, meinte er.

Wells Fargo besser als erwartet

Auch die viertgrößte US-Bank Wells Fargo steigerte im zweiten Quartal Gewinn und Einnahmen stärker als gedacht. Das Institut profitierte unter anderem davon, weniger Geld für notleidende Kredite zurücklegen zu müssen. Wells Fargo wies einen Rekordgewinn von 5,5 Mrd. Dollar aus, knapp ein Fünftel mehr als vor Jahresfrist. Die Einnahmen kletterten um knapp 90 Mio. auf 21,4 Mrd. Dollar.

Wells Fargo hatte 2008 in der Finanzkrise den Rivalen Wachovia übernommen und war damit zum größten Kreditgeber für Wohnimmobilien in den USA aufgestiegen. Zudem verfügt das Institut über das größte Filialnetz des Landes - noch vor JP Morgan.

Wie die amerikanischen Banken insgesamt zum Halbjahr dastehen, wird sich kommende Woche zeigen, wenn die Bank of America, Citigroup und Goldman Sachs bilanzieren.

Quelle: n-tv.de

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