Wirtschaft
Das Handelsdefizit bleibt, aber das Exportwachstum überrascht.
Das Handelsdefizit bleibt, aber das Exportwachstum überrascht.(Foto: REUTERS)

Exporte legen zu, aber nicht genug: Japan hängt im Defizitmodus

Japans Ausfuhren steigen deutlich, das Handelsdefizit allerdings auch. Und obwohl das Minus höher ausfällt als von Ökonomen erwartet, bewerten die Experten die Zahlen positiv. Das hat zwei Gründe.

Trotz eines deutlichen Exportwachstums fällt Jpans Handelsbilanz im Juli negativ aus. Ein mächtiger Importschub ist dafür verantwortlich, wie aus vom Finanzministerium veröffentlichten Daten hervorgeht. Der Passivsaldo kletterte auf 1,024 Billionen Yen, während Ökonomen nur ein Defizit von 776,4 Milliarden Yen erwartet hatten. Im Vorjahr war ein Defizit von 528,6 Milliarden Yen aufgelaufen.

Die Experten werteten die Zahlen aber dennoch positiv, denn die Ausfuhren nach Europa, in die USA und China legten allesamt zu. Nach Europa betrug das Plus im Juli 16,6 (Vormonat: 8,6) Prozent, in die USA 18,4 (14,6) und nach China 9,5 (4,7) Prozent. Die Daten sind auch ein Hinweis auf eine Erholung der Weltkonjunktur.

Defitie in Serie

Das Land wies damit den 13. Monat in Folge ein Defizit aus. Das ist die längste Serie von Defiziten seit 1980. Der Grund für den Importsog ist der Stillstand der meisten Atomkraftwerke, die nach dem Erdbeben und Tsunami im März 2011 abgeschaltet werden mussten. Seitdem muss Japan sehr viel Öl und Gas zur Energieerzeugung einführen.

Die Importe zogen im Juli auf Jahressicht um 19,6 Prozent an. Die Exporte stiegen um 12,2 Prozent, wobei der schwache Yen half. Die Exporte stehen nur für einen relativ kleinen Teil der japanischen Wirtschaft, sie machen rund 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus, doch sie sind entscheidend für die Gewinne und Aktienkurse der Exportfirmen.

Schwacher Yen

Die Handelsdaten werden von Volkswirten und der japanischen Öffentlichkeit mit Spannung beobachtet. Sie liefern Aufschluss über den Erfolg des Wirtschaftsprogramms von Ministerpräsident Shinzo Abe, der mit massiven Konjunkturhilfen Japans exportorientierte Volkswirtschaft wieder befeuern will.

Der schwache Yen - seit November er wegen der Lockerung der Geldpolitik der japanischen Notenbank 20 Prozent an Wert verloren - steigert den Wert der Ausfuhren mit der Umrechnung in Dollar und andere ausländische Währungen. Doch volumenmäßig stagnieren die japanischen Exporte in diesem Jahr, weil die Schuldenkrise in Europa und die Wachstumsschwäche in China die Ausfuhrtätigkeit bremsen.

Quelle: n-tv.de

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