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Die Xbox-One ist in den USA und Europa schon seit Monaten erhältlich - nun auch in Japan.
Die Xbox-One ist in den USA und Europa schon seit Monaten erhältlich - nun auch in Japan.(Foto: REUTERS)

Was macht Microsoft falsch?: Japaner lassen Xbox One links liegen

Die Japaner gelten als verrückt nach Videospielen und lieben Playstation und Wii. Die brandneue Xbox von Microsoft hingegen findet bei ihrem Start in Fernost kaum Beachtung. Ein japanischer Kunde hat dafür eine simple Erklärung.

Microsofts neue Spielkonsole Xbox One tut sich mit ihrem Start in Japan schwer. Neun Monate nachdem das Gerät in den USA auf den Markt kam, ist es nun auch im videospielbegeisterten Nippon erhältlich. Allerdings blieb der große Ansturm auf den Sony-Playstation-Konkurrenten zu Verkaufsbeginn aus.

Im Elektronikkaufhaus Bic Camera in Tokios Innenstadtviertel Yurakucho etwa schaute sich am Vormittag der Markteinführung nur ein einziger Kunde die neue Xbox an. Im Viertel Akihabara warteten die Journalisten auf die ersten Kunden - doch auch hier griff nur ein einziger zu. Der 30-jährige Käufer ist ein Konsolen-Sammler, der auch alle Versionen der Wii von Nintendo und der PlayStation von Sony zu Hause hat.

Mehr Medienvertreter als Kunden

"Ich war überrascht, der erste zu sein. Und dabei habe ich nicht mal Schlange gestanden", sagte Kauzuyuki Wakai. Ihm zufolge seien an der Skepsis seiner Landsleute vor allem Mängel bei früheren Xbox-Versionen schuld. Diese hätten viele Nutzer nach wie vor im Hinterkopf.

Die japanische Website "kotaku.com" zeigte Fotos von Eingangsbereichen verschiedener Elektronikläden, die die Xbox verkaufen - allesamt verwaist. Und das trotz der vorher fleißig gerührten Werbetrommel und eigens für den "Launch" eingerichteten Wartebereichen. Mitunter waren mehr Medien- und Microsoftvertreter als Kunden beim Verkaufsstart zugegen.

US-Hersteller Microsoft hat in Japan einen schweren Stand. Vom Vorgängermodell Xbox 360, seit 2005 im Handel, verkaufte das Unternehmen in dem Land im vergangenen Jahr ganze 20.000 Stück - Sony jedoch brachte von seiner Playstation 3 im gleichen Zeitraum 824.000 Stück an den Kunden.

Microsoft will mit exklusiven Spielen punkten

Insgesamt hat Microsoft bisher 1,6 Millionen Xbox 360 in Japan verkauft. Sony dagegen verkaufte von seiner PlayStation 3 fast zehn Millionen Stück, Nintendo von seiner Wii sogar 12,75 Millionen. Die neuen Versionen, die Wii U und die PlayStation 4, kamen schon Ende 2012 beziehungsweise Anfang 2014 in Japan auf den Markt.

Ein Sprecher von Microsoft zeigte sich dennoch optimistisch. "Wir haben hier in Japan große Hoffnungen, weil wir exklusive Spiele haben und diese Xbox mehr ist als nur eine Konsole. Unsere Grafik sollte jeden echten Gamer zufriedenstellen." Im Monat September soll das Gerät außerdem in 27 weiteren Ländern an den Start gehen, darunter unter anderem in Russland und dem wichtigen Markt China.  

Quelle: n-tv.de

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