Wirtschaft

Vorsichtiger Ausblick: Japans Notenbank hält Geldpolitik stabil

Die japanische Notenbank lässt sich mehr Zeit, um die Auswirkungen der von ihr im Januar beschlossenen Einführung von Strafzinsen auf die Wirtschaft zu beobachten. Mit der Wirtschaftsentwicklung ist sie nicht zufrieden.

Japans Notenbank hält an der Politik des billigen Geldes fest.
Japans Notenbank hält an der Politik des billigen Geldes fest.(Foto: picture alliance / dpa)

Die japanische Notenbank hat auf ihrer Ratssitzung an der bestehenden Geldpolitik festgehalten, beurteilt aber die wirtschaftlichen Aussichten etwas skeptischer als zuletzt. Damit weist sie indirekt auf die Schwierigkeiten hin, das Wachstum wie erhofft wieder in Schwung zu bringen.

Die Bank of Japan (BoJ) bekräftigte ihre Einschätzung einer flauen Entwicklung bei Industrieproduktion und Exporten. Sie ergänzte in ihrer Erklärung nach der Ratssitzung jedoch das Wort Trend für die aktuelle Entwicklung. Dies werten Volkswirte als Hinweis, dass die Wirtschaft noch nicht auf den Erholungspfad zurückgekehrt ist. Die BoJ senkte zugleich ihre Inflationserwartungen.

Die Bestätigung der Geldpolitik erfolgt trotz des Gegenwinds für die "Abenomics", das Wachstumsprogramm von Ministerpräsident Shinzo Abe. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich teilweise verbessert und teilweise verschlechtert, nachdem die Zentralbank im Januar zum unorthodoxen Mittel negativer Zinssätze gegriffen hatte. Dies war von Beobachtern als fast verzweifelter Versuch gewertet worden, das Wachstum wiederzubeleben.

Negativ-Zinssatz bleibt

Mit 7 zu 2 stimmten die Ratsmitglieder für die Beibehaltung des Zinssatzes für bestimmte Mindestreserveeinlagen von minus 0,1 Prozent. Mit 8 zu 1 Stimmen bestätigte das Gremium wie erwartet das Volumen des Anleihekaufprogramms, ihres derzeit bestimmenden geldpolitischen Instruments, bei 80 Billionen Yen (rund 635 Milliarden Euro) pro Jahr zu belassen.

Japans Wirtschaftsleistung war im vierten Quartal geschrumpft und dürfte im laufenden Quartal bestenfalls leicht steigen. Die Realeinkommen waren zuletzt gesunken und dürften sich im laufenden Jahr kaum spürbar erhöhen. Dazu ist die Inflation niedrig und steht eher vor einem weiteren Rückgang als vor einem Anziehen. Auch die Inflationserwartungen auf Verbraucherebene sind tendenziell rückläufig.

Die BoJ hatte eigentlich gehofft, mit der Einführung negativer Zinsen ihren Kampf gegen die Deflation zu intensivieren, die das Land seit nunmehr zwei Jahrzehnten plagt. Sie bestätigte zugleich frühere Aussagen, die Zinsen weiter senken zu wollen, sollte dies notwendig sein. Mit dem Strafzins zielte die Notenbank darauf ab, die Kreditkosten zu drücken, um so Investitionen und Konsum anzuschieben.

Zugleich wollte sie damit die Aufwertung des Yen stoppen und Unterstützung für den Aktienmarkt liefern. Doch seitdem hat der Yen gegenüber dem US-Dollar rund 6 Prozent an Wert gewonnen. Der Nikkei-Index hat sich zwar von seinem Einbruch nach der Entscheidung von Januar erholt, liegt jedoch weiter unterhalb des Niveaus vor Einführung der Negativzinsen.

Quelle: n-tv.de

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