Wirtschaft

Analysten liegen daneben: Japans Wachstumskurve ist flach

Japans Wirtschaft wächst, aber deutlich langsamer als erwartet. Die seit der Atomkatastrophe von Fukushima gestiegene Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten belastet die drittgrößten Volkswirtschaft stark.

Noch immer schlägt sich Japan mit den Auswirkungen des schweren Erdbebens vom März 2011 herum.
Noch immer schlägt sich Japan mit den Auswirkungen des schweren Erdbebens vom März 2011 herum.(Foto: AP)

Die japanische Wirtschaft ist im Schlussquartal 2013 geringer gewachsen als von der Regierung gedacht. Wie das Kabinettsbüro in Tokio bekanntgab, stieg das Bruttoinlandsprodukt zwischen Oktober und Dezember nur mit einer hochgerechneten Jahresrate von real 0,7 Prozent. Japans amtliche Statistiker hatten zunächst eine Jahresrate von 1,0 Prozent errechnet.

Doch selbst die Zahl von 1,0 Prozent Wachstum war schon deutlich weniger gewesen als Ökonomen gedacht hatten. Dass das Wachstum nach den nun revidierten Daten noch schwächer ausfiel, lag vor allem an den geringeren Unternehmensinvestitionen. Die waren nicht um 1,3 Prozent, sondern nur um 0,8 Prozent gestiegen, wie die Regierung weiter bekanntgab.

Zugleich lastet die hohe Abhängigkeit von Energieimporten immer mehr auf der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt. Nach Angaben des Finanzministeriums stieg das Defizit in der Leistungsbilanz im Januar auf einen Rekordwert. Der Fehlbetrag lag bei 1,6 Billionen Yen (etwa 11 Milliarden Euro). Er ergibt sich zu einem guten Teil aus der Differenz zwischen den Aus- und Einfuhren.

Teure Energieimporte

Das hohe Defizit ist auch eine Folge des schwachen Yen. Dadurch erhöhen sich zwar die Exporterlöse; im Januar stiegen sie um 16,7 Prozent auf rund 5,5 Billionen Yen. Der schwache Yen macht aber zugleich Gas- und Ölimporte, auf die Japan angewiesen ist, teurer.

Denn in Folge des Gaus in Fukushima vor genau drei Jahren sind derzeit weiter alle 48 Atomreaktoren im Lande abgeschaltet. Die Importe stiegen denn auch im Januar fast doppelt so stark wie die Exporte, und zwar um 30,3 Prozent zum Vorjahr auf 7,9 Billionen Yen.

Quelle: n-tv.de

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