Wirtschaft
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Höheres Wachstum, steigende Kreditvergabe: Japans Wirtschaft lacht wieder

Deutschlands Wirtschaft wächst im ersten Quartal um 0,1 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt der USA legt um 0,6 Prozent zu. Japan, dessen Ökonomie seit Jahren stagniert oder gar rezessiert, überrascht die Experten mit einem deutlich höheren Zuwachs. Die anhaltende, extrem lockere Geldpolitik trägt offenbar erste Früchte.

Der Wirtschaftskurs von Ministerpräsident Shinzo Abe bringt Japan wieder in Schwung. Die drittgrößte Volkswirtschaft wuchs im 1. Quartal mit 1,0 Prozent so schnell wie kein anderes Industrieland, wie die Regierung mitteilte. Eine frühere Schätzung hatte ein Plus von 0,9 Prozent ergeben. Zum Vergleich: Deutschland schaffte ein Wachstum von 0,1 Prozent, die USA von 0,6 Prozent. Die Tokioter Börse sprang sofort an: Der Nikkei schloss 5 Prozent fester.

Konjunkturdaten nähren die Hoffnung, dass sich der Aufschwung im Frühjahr fortsetzt. Die Kreditvergabe der Banken zog im Mai mit 1,8 Prozent so stark an wie seit August 2009 nicht mehr. Experten werten das als Signal dafür, dass die Unternehmen angesichts des dank der Notenbank reichlich vorhandenen billigen Geldes wieder mehr investieren. Bislang hatten sich die Unternehmen zurückgehalten. Sie fordern, die "Abenomics" mit Reformen zu untermauern - etwa mit dem Umbau der Unternehmensbesteuerung und einem flexibleren Arbeitsmarkt.  Auch die Stimmung der Verbraucher bessert sich. Das Barometer kletterte im Mai um 1,2 auf 45,7 Punkte.

Kauflaune ist zurück

Die wachsende Konsumfreude der Japaner hatte das Wirtschaftwachstum im 1. Quartal mit angeschoben. Auch die Exporte trugen zum Aufschwung bei. Sie erhalten Rückenwind vom billigen Yen, der japanische Waren im Ausland billiger macht. Auf das Jahr gerechnet lag das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts bei 4,1 Prozent.

Dabei litt Japan jahrelang an einer chronischen Wachstumsschwäche und einer Deflation, also einem Preisverfall auf breiter Front. Premier Abe hat deshalb radikale Schritte eingeleitet. Seine Politik wird "Abenomics" genannt - eine Wortschöpfung aus dem Namen des Regierungschefs und dem englischen Wort "Economics" (Wirtschaftslehre). So will die Notenbank binnen zwei Jahren umgerechnet mehr als eine Billion Euro in die Wirtschaft pumpen - vor allem über den Ankauf von Staatsanleihen, börsengehandelten Indexfonds und Immobilienfonds.

Quelle: n-tv.de

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