Wirtschaft
Wachstum ja, aber deutlich weniger: Japans Regierung feiert drittes Quartals-BIP-Plus in Folge.
Wachstum ja, aber deutlich weniger: Japans Regierung feiert drittes Quartals-BIP-Plus in Folge.(Foto: picture alliance / dpa)

Regierung feiert, Analysten warnen: Japans Wirtschaft verliert an Fahrt

Japans Wirtschaft setzt seine Wachstumsserie fort. Das Bruttoinlandsprodukt klettert das dritte Quartal in Folge, getrieben vom privaten Konsum. Allerdings lässt die Dynamik bereits spürbar nach, was die Regierung um Ministerpräsident Abe aber nicht weiter stört.

Die ultralockere Geldpolitik der japanischen Notenbank sorgt für ein anhaltendes Wirtschaftswachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft Asiens. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte das dritte Quartal in Folge zu. Einen Wermutstropfen gab es dennoch, denn die Dynamik ließ spürbar nach. An den Finanzmärkten bremsten die Zahlen den Nikkei aus, der Yen konnte zum Dollar zulegen.

Im 2. Quartal 2013 wies das BIP im Vergleich zum Vorquartal ein Plus von 0,6 Prozent auf, wie aus den veröffentlichten Daten der Regierung hervorgeht. Volkswirte hatten mit einem Plus von 0,9 Prozent gerechnet. Im 1. Quartal hatte das Wirtschaftswachstum 0,9 Prozent betragen.

Auf Jahresfrist gerechnet, ergibt sich ein BIP-Wachstum von 2,6 Prozent. Damit bleibt es wohl deutlich hintern den von Analysten anvisierten 3,6 Prozent zurück.

Als positives Zeichen ist den Angaben zufolge der private Konsum zu sehen. Der stieg um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Analysten hatten lediglich 0,5 Prozent erwartet. Deutlich geringer als erwartet fielen dagegen die Investitionsausgaben aus. Sie sanken um 0,1 Prozent. Analysten hatten hier ein Plus von 0,7 Prozent prognostiziert.

Lobeshymnen der Regierung

Das dritte Plus in Folge beweist der Regierung zufolge, dass die wirtschaftspolitischen Maßnahmen greifen. Die Regierung werde an ihrer Wachstumspolitik bis Herbst festhalten, kündigte Ministerpräsident Shinzo Abe an. Zur geplanten Anhebung der Umsatzsteuer äußerte sich der Regierungschef nicht.

Wirtschaftminister Akira Amari sagte, das Wachstum sei ein Effekt von Abes Konjunkturpolitik. Er gehe davon aus, dass der private Konsum wie bisher weiter steige. Die dahinter noch zurückbleibenden Investitionsausgaben müssten allerdings weiter gefördert werden.

Ein Wirtschaftsberater Abes verwies allerdings darauf, dass das Wachstum für die geplante Anhebung der Umsatzsteuer noch zu gering sei. Er brachte daher eine Verschiebung ins Spiel. "Es ist keine Eile bei der Erhöhung der Mehrwertsteuer nötig. Eine Idee ist es, alles um ein Jahr zu verschieben", sagte Koichi Hamada, ein emeritierter Yale-Professor. Ein Vorgehen wie geplant könnte hingegen die Wirtschaft schädigen.

Mit den Steuererhöhungen soll die Schuldenlast des Landes reduziert werden. Ab wann die Erhöhungen kommen sollen, wird derzeit in Japan kontrovers diskutiert. Am Markt werden nach den schwächer als erwartet ausgefallenen BIP-Zahlen immer mehr Stimmen laut, die eine Verschiebung der Umsatzsteuerpläne fordern.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen