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Abe vor großen Herausforderungen: Japans Wirtschaftsstimmung verschlechtert

Japans Ministerpräsident Abe hat die vorgezogene Parlamentswahl wie erwartet gewonnen. Er steht jedoch weiter vor wirtschaftspolitischen Herausforderungen. Das zeigt eine Quartalsumfrage der japanischen Zentralbank.

Vor dem Gebäude der Bank of Japan in Tokio.
Vor dem Gebäude der Bank of Japan in Tokio.(Foto: AP)

Einen Tag nach seinem Sieg bei der Parlamentswahl sind dem japanischen Regierungschef Shinzo Abe die vor ihm liegenden wirtschaftlichen Herausforderungen verdeutlicht worden. Angesichts einer erneuten Rezession sank die Stimmung in der Großindustrie des Landes im vierten Quartal. Ein von der Zentralbank des Landes veröffentlichter Stimmungsindex (Tankan-Bericht) ging auf plus 12 zurück nach plus 13 im Vorquartal.

Ein positiver Index bedeutet allerdings, dass die Optimisten in der Mehrheit sind. Hintergrund sind die höheren Importkosten als Folge der Abschwächung des Yen. Abes Koalition hatte sich am Sonntag bei vorgezogenen Wahlen ihre Zweidrittel-Mehrheit im Unterhaus gesichert. Damit kann er seinen Sanierungskurs fortsetzen.

Die Regierung setzt angesichts der gigantischen Staatsverschuldung auf eine verstärkte Investitionstätigkeit der Unternehmen. Doch diese scheinen weiterhin vorsichtig zu sein. Als Voraussetzung sehen Ökonomen die von Abe zugesagte Umsetzung von Strukturreformen, um neues Wachstum zu generieren.

Ob es dazu kommt, bleibt abzuwarten. Für die nächsten drei Monate rechnen die großen Industrieunternehmen mit einem weiteren Absinken des Stimmungsindexes auf plus 9. Sie schätzen, dass sich die Investitionen in dem noch bis zum 31. März 2015 laufenden Steuerjahr um 11,4 Prozent zum Vorjahr erhöhen.

Schwacher Yen hilft und belastet

Die Exportunternehmen profitieren derzeit von dem weiter schwachen Yen. Die in Folge der Lockerung der Geldpolitik ausgelöste Abschwächung des Yen hat allerdings zugleich die negative Folge, dass die Importpreise steigen, was die Verbraucher und kleinere Unternehmen belastet. Diese Unternehmen befinden sich weiter in einer schwierigen Lage.

Für die kommenden drei Monate rechnen sie mit einem Rückgang des von der Bank von Japan (BoJ) ermittelten Stimmungsindexes auf minus 4 nach null im Dezember. Das bedeutet, die Pessimisten sind nun in der Mehrheit. Die Quartalsumfrage der BoJ ist eine umfassende Mischung aus Konjunkturanalyse und Stimmungsbericht.

Quelle: n-tv.de

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