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Bundesweite Warnstreiks: Karstadt-Mitarbeiter fordern klare Ansagen

Die 20.000 Karstadt-Mitarbeiter machen mobil: Mit einer bundesweiten Streikaktion wollen sie den Druck auf die Warenhauskette erhöhen. Sie fordern die Rückkehr in die Tarifbindung und Ansagen zu den Auswirkungen der Trennung der Häuser Premium und Sport.

Viele Häuser bleiben Freitag und Samstag dicht: Die Beschäftigten kämpfen um ihre Arbeitsplätze.
Viele Häuser bleiben Freitag und Samstag dicht: Die Beschäftigten kämpfen um ihre Arbeitsplätze.(Foto: picture alliance / dpa)

Mit Streikaktionen im gesamten Bundesgebiet wollen die Karstadt- Beschäftigten den Druck auf den Konzern erhöhen. Heute und zum Teil auch morgen müssen sich Kunden deshalb an zahlreichen Standorten auf "erhebliche Beeinträchtigungen bis hin zur Schließung von Häusern" einstellen, wie Verdi am Morgen mitteilte.

Hintergrund der Aktionen ist die bei Karstadt anstehende dritte Tarifrunde Mitte November. Die Unternehmensführung müsse erklären, wohin die Reise mit Karstadt gehe, sagte eine Verdi-Sprecherin. Vor allem fordert die Gewerkschaft einen Tarifvertrag über Standort- und Beschäftigungssicherung sowie eine Rückkehr in die Tarifbindung. Die Eigentümer Nicolas Berggruen und René Benko müssten ein klares Zukunftskonzept vorlegen. Bei den 20.000 Beschäftigen des Unternehmens herrsche große Unsicherheit.

Erst Mitte September hatte der österreichische Immobilieninvestor Benko mit gut 75 Prozent die Mehrheit der Premiumhäuser (Alsterhaus, KaDeWe, Oberpollinger) und Sporthäuser bei Karstadt übernommen. Im Gegenzug sollen 300 Millionen Euro in die Stärkung der Gruppe investiert werden. Karstadt braucht Geld für die Modernisierung der Warenhäuser.

Was bedeutet die Filetierung?

Die Gewerkschaft Verdi sieht die Entwicklung äußerst kritisch. Gerade vor dem Hintergrund des Verkaufs sei der Abschluss eines Standort- und Beschäftigungssicherungsvertrag dringender denn je. Welche Auswirkungen die Trennung der Premium- und Sporthäuser vom Karstadt-Konzern habe, sei noch völlig unklar. Deshalb pocht Verdi auf mehr Transparenz und Klarheit über die zukünftige Ausrichtung der Häuser.

Schwerpunkt der Aktion liegt im Norden und Westen Deutschlands. Karstadt-Angestellte in fast allen Filialen in Berlin, Brandenburg und Hamburg werden sich Verdi zufolge an den Warnstreiks beteiligen. Die Arbeit niederlegen werden außerdem Mitarbeiter in den Karstadt-Häusern in Flensburg, Lübeck, Kiel, Neumünster, Norderstedt, Wismar, Gütersloh, Mülheim, Duisburg, Essen, Bonn, Dortmund, Darmstadt, Frankfurt, Zeil, Viernheim, Bremerhaven, Bremen, Lüneburg, Göttingen, Hannover, Braunschweig, Goslar und Celle.

In Berlin, Hamburg, Dortmund, Darmstadt, Bremen und Hannover sollen Kundgebungen stattfinden. Darüber hinaus treffen ich die Belegschaften in einigen Karstadt-Filialen in Bayern, Baden-Württemberg, NRW und Hessen zu Betriebsversammlungen.

Quelle: n-tv.de

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