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Barmittel schmelzen zusammen: Karstadt bleibt schwerkranker Patient

Sinkender Umsatz und verdampfende Reserven: Der Kaufhaus-Konzern Karstadt steckt weiter tief in der Krise. Die bislang umgesetzten Einsparungen bringen nicht die Wende - sie verhindern offenbar nur Schlimmeres.

Der Warenhauskonzern Karstadt kommt offenbar nicht so bald aus der Krise. Die "Karstadt Warenhäuser leiden nach wie vor unter Frequenzrückgang", zitierte die "Bild"-Zeitung am Mittwoch aus einer Präsentation der Geschäftsführung für die rund 350 Betriebsräte des Konzerns. Der "negative Umsatztrend konnte nicht gestoppt, sondern nur reduziert werden". Ohne die rigiden Sparmaßnahmen würde es der Warenhauskette noch schlechter gehen, zitierte die Zeitung weiter. Außerdem profitiere Karstadt bislang nicht vom steigenden Online-Geschäft im Einzelhandel. Karstadt war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Dem Bericht zufolge bestätigte die Geschäftsführung den Betriebsräten, dass die Barmittel des Unternehmens von September 2012 bis September 2013 von rund 300 Millionen Euro auf weniger als 100 Millionen Euro gesunken seien. Diese Zahlen hatte im März schon das "Manager Magazin" genannt. Demnach war der Umsatz von 2,9 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 2,7 Milliarden Euro zurückgegangen.

Ende Februar hatte die frühere Ikea-Managerin Eva-Lotta Sjöstedt die Führung von Karstadt übernommen. Sie sagte Ende April, sie sehe die Sanierung auf gutem Weg. Sie nannte Einsparungen und Ertragsverbesserungen in Höhe von 28 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten des seit Oktober laufenden Geschäftsjahrs.

Karstadt war im Frühjahr 2013 aus den regionalen Tarifverträgen für den Einzelhandel ausgestiegen, um Kosten zu sparen. Für die rund 20.000 Mitarbeiter des Warenhaus-Konzerns entfallen damit unter anderem bis 2015 Gehaltserhöhungen, die tarifvertraglich vereinbart sind. Der Besitzer Nicolas Berggruen hatte Karstadt im Juni 2010 gekauft, inzwischen hat er Teile des Konzerns weiterveräußert.

Quelle: n-tv.de

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