Donnerstag, 18. Juni 2009
Bayern will Quelle helfen: Karstadt ist liquide
Für Karstadt wird kein Massekredit benötigt.
(Foto: REUTERS)
Der insolvente Handels- und Touristikkonzern Arcandor sieht die Liquidität seiner Karstadt-Warenhäuser vorerst gesichert. "Die Liquiditätsplanung für Karstadt ist bis Jahresende cash positiv, die Finanzierung des Weihnachtsgeschäfts trauen wir uns im Rahmen der bestehenden Verträge zu", sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg in Essen. Für Karstadt werde kein Massekredit benötigt. Die Juni-Umsätze lägen über Vorjahr.
Görg machte jedoch deutlich, dass er sich um eine Finanzierung für den Versandhändler Quelle bemühe. "Dazu habe ich in den vergangenen 48 Stunden Gespräche in Berlin und München geführt", sagte Görg. Der gute Wille sei bei allen Beteiligten da, nun müssten zügig Entscheidungen her.
Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg
(Foto: AP)
Görg sagte, vorrangig gehe es darum, die Geschäftsabläufe bei Quelle wieder anzuschieben und ein Sanierungskonzept zu erarbeiten. "Blitz-Verkäufe" seien kein Thema - weder an die Metro noch an andere Interessenten.
Seehofer greift ein
Unterdessen hat die bayerische Staatsregierung Quelle die Beteiligung an Staatshilfen in Höhe von 50 Millionen Euro zugesichert. Das sagte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) nach einer Sondersitzung des Kabinetts.
Die Banken sollen bis Freitagvormittag eine Lösung ausarbeiten, um die Finanzierung des Quelle-Geschäfts sicherzustellen. Damit soll der Tochter des insolventen Handels- und Touristikkonzern Arcandor die Chance für einen Neuanfang eröffnet werden.
Tausende Jobs bei Quelle sind bedroht.
(Foto: AP)
Quelle braucht dringend zwischen 20 und 25 Millionen Euro, um den Winterkatalog drucken zu können. Ohne den Katalog könnte Quelle sein Versandgeschäft nicht betreiben.
"Die Wirtschaftskrise zeigt zunehmend Wirkung auch in Bayern", sagte Seehofer. "Quelle hat 10.000 Arbeitsplätze in Deutschland, der Großteil davon in Bayern."
Otto will Quelle nicht
Der Handels- und Dienstleistungskonzern Otto hat bekräftigt, kein Interesse am Konkurrenten Quelle zu haben. "Wir glauben nicht, dass die Sanierung von Quelle erfolgreich möglich ist", sagte Otto-Chef Hans-Otto Schrader. Für den Umbau eines Versandhandelsunternehmens seien drei bis fünf Jahre erforderlich; diese Zeit habe Quelle nicht. Dagegen wäre Otto an anderen Teilen des Arcandor-Konzerns interessiert, ohne jedoch näher auf Einzelheiten einzugehen.
Schrader bestätigte generelles Interesse an Versandhandelsunternehmen aus dem Konzern oder den Karstadt- Sporthäuser. Er betonte, Otto sei bislang nicht vom Insolvenzverwalter angesprochen worden. Es gebe keine Verhandlungen oder Gespräche.
wne/rts/dpa
Hintergründe zur Nachricht
Videos zur Nachricht
Kursinformationen
Wirtschaft
-
Kein Nachlassen des Spardrucks
Gläubiger bleiben gegenüber Athen hart
-
Wie geht es weiter in Athen?
Dax legt zu
-
Finanzinvestor plant Verkauf
Ducati soll Milliarde bringen
-
Ernüchterung belastet
Euro gibt Gewinne ab
-
Aktie durchbricht 500-Dollar-Marke
Apple so wertvoll wie nie
-
Bei Finanzaktien
Frankreich erlaubt Leerverkäufe
-
Apple-Aktie über 500 Dollar wert
US-Börsen im Plus
-
Deutsche Bank will Kapitel beenden
775 Millionen für Kirchs Erben
-
Koch präsentiert gute Zahlen
Bilfinger macht Gewinnsprung
-
Amerikaner brauchen Wachstum
Die USA im Zugzwang
-
Niedrigere Zinsen am Geldmarkt
Italien spürt Rückenwind
-
Frühwarnsystem gegen Schuldenspeck
EU ruft zum Gleichgewichtstest

