Wirtschaft
Die App des Fahrdienstvermittlers Uber.
Die App des Fahrdienstvermittlers Uber.(Foto: picture alliance / dpa)

Konkurrenz belebt das Geschäft: Kartellamt begrüßt Uber

Im Streit mit dem deutschen Taxi-Gewerbe bekommt der umstrittene Fahrdienst Uber überraschend Schützenhilfe von ganz oben. Der Leiter des Kartellamts findet, die Zeit sei reif, die strikten Vorschriften für den Personentransport zu diskutieren.

Das Bundeskartellamt sieht den Eintritt des umstrittenen US-Fahrdienstanbieters Uber in den deutschen Taximarkt entgegen aller Kritik als Bereicherung. "Uber hat Bewegung in den Markt gebracht, mehr Wettbewerb kann dem Taxigeschäft nicht schaden", sagte Behördenchef Andreas Mundt der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf. Allerdings profitiere das Unternehmen "auch davon, dass es den strengen Regularien für das traditionelle Taxiwesen nicht ausgesetzt ist".

Uber zeige, dass eine Korrektur des Marktes fällig sei. Es sei angebracht, "eine liberalere Ausgestaltung der bisherigen Regulierung zu diskutieren", sagte Mundt. Konkret sei denkbar, Ortskenntnisse bei Taxifahrern nicht mehr so scharf zu prüfen. "Navigationssysteme sind ein gutes Beispiel dafür, dass auch technische Weiterentwicklungen Deregulierungen nahelegen können", sagte Mundt.

Koordination über Fahrdienst-App

Das kalifornische Unternehmen, zu dessen Geldgebern Google und Goldman Sachs gehören, vermittelt Fahrgäste über Smartphone-Apps gegen Provision an Gelegenheitsfahrer.

Dieser Service ist höchst umstritten. Fahrer, die andere Personen gewerblich befördern wollen, brauchen in Deutschland eine Genehmigung. Anbieter am Markt müssen sich außerdem um eine Konzession bemühen. Deshalb gehen mehrere Großstädte in Deutschland gegen den Dienst vor. Das Taxigewerbe hat gegen Uber geklagt. Es fürchtet um seine Einnahmen. Uber-Fahrer besäßen keine Genehmigung zur Personenbeförderung und ihre Fahrzeuge seien nicht entsprechend versichert, argumentiert die Taxi-Branche.

Quelle: n-tv.de

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