Wirtschaft
Die von den Marktforschern der GfK befragten Deutschen sind in bester Kauflaune.
Die von den Marktforschern der GfK befragten Deutschen sind in bester Kauflaune.(Foto: dpa)

Bestes Konsumklima seit 2001: Kauflaune der Deutschen steigt weiter

Das Konsumklima in Deutschland ist auf den höchsten Wert seit Jahren gestiegen - und die Experten sehen noch Luft nach oben. Sie warnen aber auch vor erheblichen Risiken für die deutsche Binnenkonjunktur.

Deutschlands Verbraucher sind trotz einer spürbar schwächeren Konjunktur weiter in bester Kauflaune. Der vom Marktforschungsinstitut GfK für Juni ermittelte Indikator für das Konsumklima stieg allerdings nur minimal. Es habe einen Zuwachs von 10,1 auf 10,2 Punkten gegeben, teilte das Institut mit.

Damit legte das Konsumklima den achten Monat in Folge zu und erreichte den höchsten Wert seit Oktober 2001. "Die anhaltend gute Beschäftigungslage, gute Einkommenszuwächse und die niedrige Inflation stützen die Konsumneigung nachhaltig", erklärte GfK-Experte Rolf Bürkl den erneuten Anstieg.

Allerdings war das Konsumklima wie bereits im Vormonat nur noch minimal gestiegen. Eine Ursache hierfür sah Bürkl bei den Einkommenserwartungen, die ausgehend von einem sehr hohen Niveau moderat fielen. Nach Einschätzung von Bürkl war es unter anderem die jüngste Entwicklung der Verbraucherpreise, die für einen Dämpfer bei den Einkommenserwartungen sorgte. "Die Preiserwartungen der Verbraucher beginnen wieder zu steigen", sagte Bürkl. Beispielsweise hätten die Benzinpreise seit Jahresbeginn wieder deutlich zugelegt.

Steigende Preise hinterlassen Spuren

Trotz des leichten Dämpfers bei der Einkommenserwartung sieht Bürkl beim Konsumklima noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. "Es ist immer noch möglich, dass das Konsumklima weiter steigt", sagte der GfK-Experte. "Es ist aber unverkennbar, dass die Luft dünner wird."

Von der aktuell guten Verbraucherstimmung profitieren nach Bürkls Erkenntnissen vor allem die Möbelbranche und Hersteller von Einbauküchen sowie Haushaltsgeräten. "Hier spielt der anhaltende Immobilienboom als Folge der Niedrigzinspolitik eine Rolle. Wer sich eine Wohnung oder ein Haus anschafft, will sie ja meist auch neu einrichten", erläuterte Bürkl.

Trotzdem sei die sich seit 2009 stetig verbessernde Verbraucherstimmung nicht frei von Risiken. So habe bereits das Anziehen des Benzinpreises in den vergangenen Wochen erste Spuren beim Konsumklima hinterlassen. "Von einer Trendwende kann man hier aber noch nicht sprechen. Das ist eher eine leichte Korrektur", unterstrich der Konsumforscher.

Weitere Risiken stellten neben der Ukraine-Krise und der wachsenden Ungewissheit über die EU-Zukunft Griechenlands auch die Expansionsbestrebungen der Terrormiliz "Islamischen Staat" dar. "Weltwirtschaftliche Auswirkungen könnten rasch auf die Exportaussichten deutscher Unternehmen durchschlagen."

Quelle: n-tv.de

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