Wirtschaft
Mario Monti: Der Spardruck auf seine Regierung bleibt ungebrochen.
Mario Monti: Der Spardruck auf seine Regierung bleibt ungebrochen.(Foto: REUTERS)

Deutliches Dementi: Keine IWF-Hilfen für Italien

Die Märkte frohlocken bereits, in Asien steigen die Aktienkurse, da kommt die Absage des IWF: Ein Finanzprogramm des Fonds für das schuldengeplagte Land steht demnach nicht zur Diskussion. Ein Rückschlag für die neue Regierung des Ministerpräsidenten Monti - und für die weltweiten Finanzmärkte.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist Berichten entgegengetreten, er arbeite an einem Hilfsprogramm für Italien. "Es gibt keine Diskussionen mit Italien über ein IWF-Finanzprogramm", sagte ein IWF-Sprecher. Die italienische Zeitung "La Stampa" hatte am Wochenende berichtet, es werde über ein Programm im Volumen von 400 Mrd. bis 600 Mrd. Euro verhandelt. Entsprechende Kredite könnten mit einer Laufzeit von 12 bis 18 Monaten vergeben werden, um die Finanzlage des Landes zu stabilisieren. Mit Zinsen zwischen vier und sechs Prozent wären die Kredite wesentlich günstiger als derzeitige Zwei- und Fünfjahresanleihen mit Zinssätzen von mehr als sieben Prozent.

Nach Berlusconi ist mitten in der Krise

Europäische Union und EZB hatten kürzlich Fachleute nach Rom entsandt, um die italienischen Staatsfinanzen zu prüfen. Der IWF will eigene Experten schicken.

Auf Italien lasten Schulden in Höhe von rund 1,9 Billionen Euro. Zudem leidet das Land derzeit unter einem schwachen Wirtschaftswachstum. Dies ließ an den Finanzmärkten in den vergangenen Wochen die Sorge aufkommen, dass Italien ebenso wie bereits Griechenland, Irland und Portugal Finanzhilfen brauchen könnte. Der neue Ministerpräsident Mario Monti steht unter starken Spardruck, um Versäumnisse seines zurückgetretenen Vorgängers Silvio Berlusconi aufzuholen.

Die Finanzmärkte, allen voran Asien, hatten auf die möglichen IWF-Hilfen mit steigenden Kursen reagiert.

Bilderserie
Video

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen