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Die "Materialfestigkeit" eines Bauteils entspricht nicht "den geforderten Standards".
Die "Materialfestigkeit" eines Bauteils entspricht nicht "den geforderten Standards".(Foto: picture alliance / dpa)

"Knackgeräusche in der Lenkung": Toyota startet Mega-Rückruf

Mit einer neuerlichen Rückrufaktion sorgt der VW-Konkurrent Toyota für Aufsehen: Rund um den Erdball bittet der Pkw-Hersteller fast drei Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten. Allein in Deutschland sind knapp 61.000 Pkw betroffen. Die Probleme mit Lenkgestänge und Wasserpumpen reichen offenbar zurück bis ins Jahr 2001.

Mit 40.440 Fahrzeugen ist der Toyota Avensis das von dem Fehler am häufigsten betroffene Fahrzeug.
Mit 40.440 Fahrzeugen ist der Toyota Avensis das von dem Fehler am häufigsten betroffene Fahrzeug.

Der japanische Automobilkonzern Toyota ruft weltweit mehr als 2,7 Millionen Fahrzeuge zurück. Als Grund gab der Hersteller Probleme mit den Wasserpumpen und mit der Lenkung an.

"Für Toyota hat es seit jeher höchste Priorität, seinen Kunden Fahrzeuge von kompromissloser Zuverlässigkeit und Qualität zu bieten", betonte Toyota in einer Mitteilung. Die Rückrufe würden freiwillig durchgeführt. Unfälle im Zusammenhang mit den neu entdeckten Schwächen seien nicht bekannt.

In Deutschland betrifft die Rückrufaktion demnach Kunden mit Fahrzeugen der Modelle "Avensis", "Corolla" und "Prius II". Insgesamt handele es dabei sich allein im deutschen Markt um 60.995 Fahrzeuge, davon 40.440 "Avensis" der Produktionszeiträume August 2002 bis Oktober 2008, 4.050 "Corolla" von Juli 2001 bis März 2004 und 16.505 "Prius II" aus Juni 2003 bis März 2009.

Drähte falsch gewickelt

Die Halter der betroffenen Fahrzeuge würden "zeitnah angeschrieben und gebeten, sich mit ihrem Händler in Verbindung zu setzen", hieß es. Europaweit müssten insgesamt 496.025 Autos zum Händler. Bei den genannten Modellen werde ein Teil der Lenkung ausgetauscht, erklärte Toyota. "Die Materialfestigkeit dieses Bauteils entspricht nicht den geforderten Standards. Daher kann sich dieses Teil durch hohe Beanspruchung, wie bei Parkmanövern mit häufigem und kräftigem Lenkvolleinschlag, verformen."

In diesem Fall bemerke der Fahrer "deutliche Knackgeräusche in der Lenkung". Beim "Prius II" könnte unter Umständen die elektrische Wasserpumpe "aufgrund einer fehlerhaften Wicklung im Elektromotor" ausfallen. Die Pumpe versorgt das Hybridsystem mit Kühlwasser. Auch hier stellte Toyota erste Diagnosetipps zur Verfügung: "Der Kunde bemerkt dies zunächst durch das Aufleuchten einer Warnlampe im Display, in sehr seltenen Fällen schaltet sich das Hybridsystem automatisch ab."

Beim Werkstattbesuch werden die mangelhaften Teile überprüft und für den Kunden kostenfrei ausgetauscht, kündigte Toyota an. "Dieser Vorgang dauert im Falle der Lenkung eine Stunde, für den Austausch der Wasserpumpe muss ebenfalls eine Stunde veranschlagt werden."

Sorgen um Image und Absatzzahlen

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Der Autobauer mit Sitz in Tokyo hatte in den vergangenen Jahren bereits mehrfach ähnliche Aktionen in vergleichbarer Größenordnung gestartet: Aus Sicherheitsgründen wurden dabei Millionen von Fahrzeugen wegen technischer Probleme in die Werkstätten gebeten. Die hatte Toyota schwer belastet.

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Zuletzt musste sich Toyota Anfang Oktober wegen Problemen mit dem an seine Kunden wenden. Rückrufaktionen gelten unter Branchenexperten nicht nur als extrem kostenaufwändig, sondern - insbesondere wenn sie gehäuft auftreten - auch als Hinweis auf .

Gleichwohl sind Rückrufaktionen für einen Autobauer im Zweifelsfall nahezu überlebenswichtig: Im hart umkämpften US-Markt sah sich in der Vergangenheit nicht zuletzt auch Toyota mit Zweifel am Highway-Vorfall konfrontiert, die das sorgsam aufgebaute Markenimage dauerhaft zu gefährden drohten - die Studie entlastet Toyota .

Für jeden Autobauer gilt: Nachgewiesene Unfälle im Zusammenhang mit konstruktiven Mängeln wären eine überaus schwere, geschäftsschädigende Belastung.

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Quelle: n-tv.de

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