Wirtschaft
Flexstrom hat Insolvenz angemeldet.
Flexstrom hat Insolvenz angemeldet.(Foto: picture alliance / dpa)

Zahlungsmoral lässt zu wünschen übrig: Kunden schuld an Flexstrom-Aus?

Der mehrfach wegen seiner Geschäftspraktiken in der Kritik stehende Energieanbieter Flexstrom ist insolvent. Das Unternehmen gibt der Zahlungsmoral der Kunden eine Mitschuld. Einen Zahlungsrückstand in dreistelliger Millionenhöhe führt der Stromhändler an. Auch die kritische Medienberichterstattung sei "schädigend" gewesen.

Der Stromhändler Flexstrom hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen, das mit rund 500.000 Kunden zu den großen konzernunabhängigen Stromanbietern in Deutschland gehört, sei "profitabel, aber nicht mehr liquide", teilte Flexstrom mit. Den Angaben zufolge haben auch die Tochtergesellschaften OptimalGrün und Löwenzahn Energie Insolvenz angemeldet. Der zur Unternehmensgruppe gehörende Gasanbieter Flexgas werde dagegen "durch einen Investor weitergeführt", teilte Flexstrom mit. Im Herbst hatte das "Handelsblatt" von angeblichen Finanzproblemen bei Flexstrom berichtet. Dies habe die Kunden verunsichert, erklärte Flexstrom.

Flexstrom, 2003 gegründet und nach eigenen Angaben seit 2009 profitabel, machte aber auch die Kunden mitverantwortlich für die Pleite: Ursache der Insolvenz sei "vor allem die schlechte Zahlungsmoral zahlreicher Stromkunden", so das Unternehmen. Nach der "schädigenden Berichterstattung" zahle nur ein Teil der Kunden seine Rechnungen pünktlich.

Der harte Winter stelle eine zusätzliche Belastung dar, erklärte das Unternehmen. Kunden zahlten nur ihre normalen Abschläge. Gleichzeitig müsse Flexstrom mehr Energie einkaufen. Dafür sei Flexstrom mit seinen Tochterunternehmen "selbst notgedrungen mit einem Millionenbetrag in Vorleistung" gegangen.

Die Kunden von Flexstrom und der beiden ebenfalls insolventen Tochtergesellschaften seien mit rund 100 Mio. Euro im Zahlungsrückstand. Die Geschäftspraktiken des Unternehmens waren in den vergangenen Monaten mehrfach Gegenstand kritischer Berichte.

Im Sommer 2011 war bereits der Flexstrom-Konkurrent Teldafax pleite gegangen. Viele Kunden hatten für ihren Strom Vorauszahlungen an Teldafax geleistet, für die sie nach der Pleite keine Gegenleistung mehr erhielten. Dies sorgte für Verärgerung bei vielen Verbrauchern.

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Quelle: n-tv.de

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