Wirtschaft
Besatzungsmitglieder der "Libertad" beim Einlaufen des Schiffes in den Haften von Mar el Plata.
Besatzungsmitglieder der "Libertad" beim Einlaufen des Schiffes in den Haften von Mar el Plata.(Foto: REUTERS)

Hedgefonds hat das Nachsehen: "Libertad" erreicht Argentinien

Ein US-Hedgefonds bereitet Argentinien erhebliche Schwierigkeiten. Um Geld einzutreiben, lässt er sogar ein Segelschulschiff bei einem Besuch in Ghana beschlagnahmen. Doch nach langem Ringen bekommt das Land die Fregatte wieder frei.

Nach einem unfreiwilligen Langzeitaufenthalt in Ghana und einer dreiwöchigen Atlantik-Überquerung ist das argentinische Segelschulschiff "Libertad" in den Hafen von Mar del Plata eingelaufen. Tausende Menschen begrüßten den Dreimaster mit großem Pomp und "Argentinien"-Rufen. "Willkommen zurück in der Heimat", rief Präsidentin Cristina Kirchner, die neben Regierungsmitgliedern an der Feier teilnahm, den Seeleuten zu. Die "Libertad" war wegen eines Rechtsstreits 78 Tage lang im westafrikanischen Ghana festgehalten worden.

Am 19. Dezember konnte die Fregatte den Hafen in Tema bei Accra verlassen. Zuvor waren etwa hundert argentinische Seeleute in dem westafrikanischen Staat eingetroffen, die Buenos Aires zur Rückholung des Schiffs geschickt hatte.

Die "Libertad" war am 2. Oktober auf Antrag eines Investmentfonds von der ghanaischen Justiz bei einem Stopp in Tema gepfändet worden. Der Fonds verlangte die Begleichung von Schulden aus der Zeit des argentinischen Staatsbankrotts im Jahr 2000. Der Internationale Seegerichtshof in Hamburg ordnete am 15. Dezember schließlich die umgehende und bedingungslose Freigabe des Schiffes an. Kriegsschiffe unterlägen nach internationalem Recht der Immunität, hieß es zur Begründung. Ein ghanaischer Richter hatte Anfang Oktober auf Antrag des US-Hedgefonds Elliott Associates das Schiff beschlagnahmt.

Hintergrund des Rechtsstreits ist Argentiniens Staatspleite vor zehn Jahren. Damals hatte der Großteil der Gläubiger bei einer Umschuldung mitgemacht und dabei auf etwa zwei Drittel seiner Forderungen verzichtet. Ein kleiner Teil der Gläubiger besteht jedoch bis heute auf der vollen Rückzahlung des geliehenen Geldes - darunter auch eine Gruppe von Hedgefonds um US-Milliardär Paul Singer, die kurz vor dem Bankrott Anleihen zum Schnäppchenpreis aufgekauft hatten.

Elliott Associates beharrt auf einer Auszahlung von Geldern und prozessiert in den USA gegen Argentinien. NML Capitals, eine Tochter von Elliott Associates, macht mehr als 300 Millionen Dollar geltend. Die argentinische Regierung hatte die Investoren als "Aasgeier" bezeichnet, weil es zu ihrem Geschäftsmodell gehöre, Profit aus Staatspleiten zu schlagen.

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen