Wirtschaft
Neue Spitze: Lidl besetzt vakante Vorstandsposten neu.
Neue Spitze: Lidl besetzt vakante Vorstandsposten neu.(Foto: REUTERS)

Schneller Führungswechsel: Lidl findet Chef in den eigenen Reihen

Der Lebensmittel-Disounter Lidl findet rasch einen Nachfolger für den langjährigen Chef. An die Spitze rückt ein Eigengewächs. Auch der Posten des Einkaufsvorstands wird zügig neu besetzt. Die Posten waren wegen Unstimmigkeiten frei geworden.

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Die Suche währt offenbar nur kurz: Nach der Trennung vom bisherigen Vorstandschef Karl-Heinz Holland hat der Discounter Lidl zügig einen Nachfolger gefunden. Der Aldi-Konkurrent teilte mit, Sven Seidel werde neuer Vorstandsvorsitzender von Lidl International. Der 40-Jährige war zuletzt mehr als drei Jahre bei der Muttergesellschaft, der Schwarz Gruppe, im Vorstand für die Unternehmensentwicklung zuständig. Seine Karriere begann Seidel bei Kaufland - ebenfalls zur Schwarz Gruppe gehörend - bevor er Erfahrungen in der Unternehmensberatung sammelte.

Lidl war mit dem Kurs von Holland und dem Einkaufsvorstand Dawid Jaschok unzufrieden und feuerte sie. Holland hatte den Expansionskurs des Unternehmens in Europa vorangetrieben. Als Grund für das Ende der Zusammenarbeit nannte das schweigsame Unternehmen in einer ungewöhnlich offenen Mitteilung unterschiedliche, nicht überbrückbare Auffassungen über die künftige strategische Geschäftsausrichtung. Zum Vorstandsvorsitzenden Einkauf werde der 40-jährige Robin Goudsblom, bislang Vorstand Einkauf, berufen, teilte das Unternehmen mit.

Aus nach 23 Jahren

Holland hatte 2008 den Vorstandsvorsitz von Lidl übernommen, als das Unternehmen mit dem Vorwurf konfrontiert wurde, seine Mitarbeiter zu überwachen. Insgesamt arbeitete er 23 Jahre bei dem Lebensmitteldiscounter - 12 davon im Vorstand.

Der nach Aldi zweitgrößte Discounter Deutschlands gehört Deutschlands drittreichstem Mann Dieter Schwarz, Sohn des Unternehmensgründers Josef Schwarz. Lidl wurde in den 70er Jahren von Dieter Schwarz gegründet und hat deutschlandweit rund 3300 Filialen mit rund 70.000 Beschäftigten. In ganz Europa ist die Kette mit 9900 Filialen vertreten. Der Umsatz der Schwarz-Gruppe - inklusive Kaufland - betrug im  Geschäftsjahr 2012/2013 rund 68 Milliarden Euro.

In Deutschland haben die Discounter in den vergangenen Jahren etwas an Marktanteil verloren, weil sich ehemals sparsame Konsumenten mehr Markenprodukte wünschen. Doch vereinen sie immer noch 44 Prozent des Marktes auf sich.

Quelle: n-tv.de

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