Wirtschaft
Auch bei Lidl wird Fleisch billiger.
Auch bei Lidl wird Fleisch billiger.(Foto: picture alliance / dpa)

Preissenkungen bei Fleisch: Lidl kritisiert und folgt Aldi

Aldi senkt die Preise für Fleisch kräftig, und die Konkurrenz zieht sofort nach. Auch der Discounter Lidl ist dabei - obwohl das Management die Preissenkung aus Tierschutzgründen für alles andere als eine gute Idee hält.

Deutschlands zweitgrößter Discounter Lidl hat die jüngsten Preissenkungen des Marktführers Aldi kritisiert, macht aber bei der Preisrunde dennoch mit. In einer für den Wettbewerb im Einzelhandel ungewöhnlichen Stellungnahme betonte Lidl, man könne die Kritik gerade an den Preissenkungen bei Rind-, Hähnchen- und Putenfleisch angesichts der aktuell schwierigen Rahmenbedingungen für Erzeuger und Verarbeiter sehr gut nachvollziehen.

Lidl würde es begrüßen, "wenn es trotz des harten Wettbewerbs in Deutschland gelänge, ein Preisniveau im Frischfleisch-Sektor zu finden, das die richtigen und wichtigen Anstrengungen für mehr Tierwohl unterstützt". Aldi hatte am Wochenende die Fleischpreise um bis zu sieben Prozent gesenkt. Der Schritt dürfte Auswirkungen auf den gesamten Handel haben. Denn viele Wettbewerber orientieren sich im Preiseinstiegsbereich am Discount-Marktführer.

Verbraucher wollen es billig

Auch Lidl zog ungeachtet der Kritik mit sofortiger Wirkung nach. "Wir wollen vermeiden, dass unseren preissensiblen Kunden ein Einkaufsnachteil entsteht", begründete das Unternehmen den Schritt. Aldi selbst hatte betont, die artgerechte Haltung werde regelmäßig kontrolliert. Beide Discounter gehören zur im Herbst angekündigten Initiative "Tierwohl": Die Supermärkte wollen Landwirte für die artgerechtere Haltung von Schweinen und Hühnern besser bezahlen. Die Initiative soll in diesem Jahr noch starten.

Die Supermärkte wollen in einen Fonds einzahlen, aus dem Bauern einen Zuschuss erhalten können. Das ist etwa der Fall, wenn die Landwirte den Tieren mehr Platz oder Auslaufmöglichkeit geben oder auf die Kastration von Ferkeln oder das Schnabelkürzen bei Hühnern verzichten. Die Handelsunternehmen wollen dann mit dieser "Tierwohl"-Initiative für sich werben. Der Bauernverband kritisiert, dass viele Verbraucher zwar bessere Tierhaltung fordern, aber zugleich möglichst billig einkauften.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen