Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Billig-Marken punkten im Preiskampf: Lidl sortiert Coca-Cola aus

Die Preisschlacht, die zwischen Deutschlands Discount-Riesen tobt, verändert das Angebot bei Markenartikeln. Lidl mustert Coca-Cola aus. Stattdessen halten die billigere Konkurrenz und Hausmarken Einzug in die Regale. Ob es dabei bleibt, ist offen.

Es kommt, wie es vielleicht kommen musste. Die Dauer-Preisschlacht, die zwischen Deutschlands Discount-Riesen tobt, verändert das Angebot von teureren Markenartikeln hin zu billigeren Produkten, wie Hausmarken. Wie der zweitgrößte Discounter auf dem deutschen Markt, Lidl, bekannt gibt, werden die Softdrinks Coca-Cola, Fanta und Sprite in den Filialen zugunsten billigerer Marken aussortiert. Die Zusammenarbeit mit dem Konzern sei beendet worden, berichtet die Tageszeitung "Die Welt".

"Wir haben uns mit Lidl nicht auf ein Vermarktungskonzept einigen können", sagte ein Coca-Cola-Sprecher und bestätigte damit eine Meldung der Zeitung. Lidl ordere daher derzeit keine Produkte mehr von Coca-Cola. Zum Umsatzvolumen mit Lidl machte der Sprecher keine Angaben. Coca Cola setzte 2012 in Deutschland insgesamt gut zwei Milliarden Euro um.

Lidl wollte zu dem Bericht keine Stellung nehmen. "Fragen zu unserer Sortimentsstrategie und zu strategischen Überlegungen im Zusammenhang mit unseren Lieferanten" würden grundsätzlich nicht kommentiert, sagte ein Unternehmenssprecher.

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen

In einigen der rund 3300 Lidl-Märkte seien bereits keine Coca-Cola-Getränke mehr zu erhalten, schreibt die "Welt". In anderen seien nur noch Restbestände im Angebot. Bei Cola-Getränken weiche Lidl auf Pepsi oder günstigere Marken wie Freeway aus, heißt es weiter. Zur Begründung wird auf den Preiskampf zwischen den Discountern verwiesen.

Das letzte Wort könnte allerdings noch nicht gesprochen sein. Ein Branchenkenner geht davon aus, dass die Verhandlungen zwischen Coca-Cola und Lidl trotz der aktuellen Unstimmigkeiten weitergehen und das Auslisten der Coca-Cola-Produkte nicht von Dauer sein muss. Mit der Aktion von Lidl, in seinen rund 3300 Märkten Coca-Cola-Produkte durch die billigeren Marken Pepsi und Freeway zu ersetzen, könnte Lidl den Marktführer zu weiteren Preiszugeständnissen zwingen wollen. Denn der seit langem tobende Preiskampf im Lebensmitteleinzelhandel hat sich zuletzt erneut verschärft.

Neue Rotstiftrunde im Lebensmittelhandel

Erst vor kurzen hatte der Lidl-Konkurrent Aldi-Süd den permanenten Preiskampf auf dem Lebensmittelmarkt neu angeheizt. Die Handelskette senkte die Preise für Eier, Instant-Kaffee und Instant-Tee. Allein bei Eiern betrug die Preissenkung gut 23 Prozent. Andere Discounter reagierten prompt. Aldi Nord, Norma und Netto kündigten ähnliche Preissenkungen an. Und erst am vergangenen Wochenende senkten Aldi und Norma auch die Preise für Frühstückscerealien, Müsli und Joghurt.

Traditionell orientieren sich viele Händler bei ihren Produkten im Preiseinstiegsbereich an der Preisgestaltung des Discount-Marktführers Aldi. Dieser hatte auch bei der braunen Brause Coca-Cola, die er erst vor gut einem Jahr in seine Regale einsortierte, Maßstäbe gesetzt.

Die Versuchung für die Wettbewerber, sich auf Kosten des Marktführers zu profilieren, ist groß. Immer wieder unterboten sie die Preise des Discount-Riesen - bis Aldi der Kragen platzte und das Unternehmen Anfang November den Preis für Cola noch einmal um zehn Cent reduzierte.

Falls das als Machtwort gedacht war, das die Konkurrenz einschüchtern sollte, ist der Plan allerdings gescheitert. Denn auch danach gingen die Nadelstiche unvermindert weiter. Lidl ist nun aus dem Preisroulette ausgestiegen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen