Sonntag, 03. Januar 2010
"Wir möchten Deutschland helfen": Liechtenstein will kooperieren
Die Regierung von Liechtenstein bietet Deutschland ein Abkommen zum Abzug von dort angelegtem Schwarzgeld an. "Wir möchten Deutschland dabei unterstützen, an seine Steuern zu kommen", so Regierungschef Klaus Tschütscher.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Mit Großbritannien hat Liechtenstein ein solches Abkommen bereits geschlossen. Bis 2015 haben Briten mit Schwarzgeld in Liechtenstein Zeit, sich Großbritannien zu offenbaren. Sie müssen zwar Steuern nachzahlen und eine Buße. Die Konditionen seien allerdings besser als bei einer klassischen Selbstanzeige, sagte Tschütscher dem Magazin "Focus". Wer das nicht wolle, könne sein Geld aber auch von Liechtenstein abziehen.
Tschütscher ist seit Februar 2009 Regierungschef.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
"Großbritannien kann sich sicher sein, dass Ende 2015 kein unversteuertes Geld mehr in Liechtenstein verwaltet wird", sagte Tschütscher. Ein solches Abkommen würde Tschütscher auch gerne mit Deutschland schließen. Als Alternative sei das Land aber auch bereit, eine Abgeltungssteuer zu erheben und an Deutschland weiterzuleiten. "Für uns ist das Signal wichtig, dass wir zur Kooperation bereit sind", sagte der Regierungschef.
Liechtenstein keine Steueroase mehr
Im November hatte die OECD Liechtenstein von der sogenannten Grauen Liste der Steueroasen gestrichen, nachdem das Fürstentum mit zwölf Abkommen über den Informationsaustausch in Steuerfragen die von der OECD und großen westlichen Industriestaaten gestellten Anforderungen erfüllt hatte. Die Verträge sehen vor, dass Liechtenstein auch in Fällen einfacher Steuerhinterziehung ausländischen Staaten auf Anfrage Amtshilfe leistet und Bankinformationen von mutmaßlichen Steuersündern an ausländische Finanzämter herausgibt.
Die Zumwinkel-Affäre
Liechtensteins Bankgeheimnis war im Zuge der Zumwinkel-Affäre in die Schlagzeilen geraten; seither leiden die dortigen Banken unter Geldabflüssen reicher Kunden. Der ehemalige Postchef Klaus Zumwinkel war Anfang 2009 wegen Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren und einer Geldstrafe von einer Million Euro verurteilt worden. Die Steuerbehörden waren ihm auf die Spur gekommen, nachdem sie Bankdaten gekauft hatten, die bei der Vermögensverwaltungsbank LGT gestohlen worden waren. Zumwinkel hatte rund eine Million Euro über eine Stiftung in Liechtenstein versteckt. In diesem Zusammenhang waren die Beziehungen zwischen Deutschland und Lichtenstein deutlich abgekühlt.
hdr/AFP/dpa
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