Wirtschaft
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Mittelfristziele kassiert: Linde rechnet mit weniger Gewinn

Die Anlagensparte des Linde-Konzerns leidet schon länger unter der Investitionszurückhaltung der Industrie. Lange konnte die Gassparte die Rückgänge wettmachen, doch jetzt muss das Unternehmen seine mittelfristigen Ziele nach unten korrigieren.

Der anhaltend niedrige Ölpreis, die maue Industrieproduktion weltweit und das US-Gesundheitssystem lassen den Gasekonzern Linde pessimistischer werden. Das Dax-Unternehmen kassierte seine vor gut einem Jahr formulierten Mittelfristziele wegen "deutlich veränderter Rahmenbedingungen".

Statt einer Kapitalrendite (ROCE) von 11 bis 12 Prozent bis 2017 geht Linde nunmehr für 2017 von 9 bis 10 Prozent aus. Auch das operative Ergebnis wird voraussichtlich unter Erwartungen ausfallen. Waren bislang 4,5 bis 4,7 Milliarden Euro angestrebt, so sieht Linde beim operativen Gewinn nun 4,2 bis 4,5 Milliarden Euro - basierend auf den aktuellen Währungskursverhältnissen - als realistisch an. 2014 hatte der Münchener Konzern einen operativen Gewinn von 3,9 Milliarden Euro und eine bereinigte Rendite auf das eingesetzte Kapital von 9,5 Prozent erzielt.

Linde nennt Probleme in beiden Sparten als Grund für die Prognosesenkung, sowohl im Gasegeschäft als auch in der ungleich kleineren Engineeringsparte. Letzte hat vor allem mit dem anhaltend niedrigen Ölpreis zu kämpfen. Linde erwartet wegen der daraus resultierenden Investitionszurückhaltung einen geringeren Auftragseingang. Der Konzern musste wegen des schwachen Engineeringeschäfts Mitte des Jahres seine Erlösprognose für 2015 kassieren.

Aber auch im Gasegeschäft läuft es offenbar nicht rund. In allen Teilen der Welt seien die für das Industriegasegeschäft relevanten Wachstumsraten der Industrieproduktion weiter deutlich zurückgegangen. Außerdem geht Linde davon aus, dass die staatlichen Preiskürzungen für Leistungen des US-Gesundheitsgeschäfts in den nächsten beiden Jahren stärker ausfallen werden als erwartet. Linde bietet Produkte wie gasförmige Arzneimittel und Dienstleistungen für die Behandlung von Patienten mit Atemwegserkrankungen an.

Quelle: n-tv.de

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