Wirtschaft
Das Schutzschirmverfahren läuft. Jetzt heißt es, Pläne für die Zukunft zu schmieden.
Das Schutzschirmverfahren läuft. Jetzt heißt es, Pläne für die Zukunft zu schmieden.(Foto: picture alliance / dpa)

Arbeitsplätze bleiben auf der Strecke: Loewe will in Asien produzieren lassen

Der Chef des ums Überleben kämpfenden Fernsehherstellers Loewe, Harsch, muss das Unternehmen im laufenden Schutzschirmverfahren schnell neu erfinden. Sein Plan: die Produktion der Geräte nach Asien abgeben. Das wird voraussichtlich wieder Arbeitsplätze kosten.

Beim schwer angeschlagenen Fernseher-Hersteller Loewe  stehen noch mehr Jobs auf der Kippe. Der Markt habe sich seit Jahresanfang schlechter entwickelt als erhofft, sagte Loewe-Chef Matthias Harsch dem "Spiegel". "Um die Wende zu schaffen, darf der Kostenblock für Personal gemessen am Umsatzniveau nicht steigen. Daher kann ich nicht ausschließen, dass weitere Rationalisierungsmaßnahmen eingeleitet werden müssen", sagte er dem Magazin.

Der Vorstandsvorsitzende  will die Produktion nahezu komplett von einem asiatischen Unternehmen übernehmen lassen. "Wir sind kein Gerätehersteller mehr, das versuche ich der Firma auch auszureden", sagte Harsch. In Kronach müsse sich Loewe auf die Kernkompetenzen wie Bediener-Software und Design beschränken.

Vergangenen Dienstag hatte das Kronacher Unternehmen beim Amtsgericht Coburg Schutz vor seinen Gläubigern beantragt. Mit dem sogenannten Schutzschirmverfahren im Rücken will Harsch Loewe schneller sanieren und dazu jede fünfte Stelle abbauen. Künftig will Loewe auch billigere Fernseher ab 800 Euro anbieten und seine Präsenz in Elektronik-Großmärkten ausbauen.

Partnersuche in Asien läuft

"Letztlich will ich ein Tuning-Unternehmen werden, wie es AMG für Mercedes ist", sagte Harsch weiter. "Wir werden uns auf die Bediener-Software konzentrieren, Spezifikationen schreiben und das Design entwerfen." Loewe suche einen Partner, der die Hardware liefere. Als Partner kämen chinesische Firmen wie TCL, Changhong, Skyworth oder Hisense in Frage.

Loewe ist einer der letzten drei Vertreter der deutschen Fernsehgeräteindustrie, die lange den Weltmarkt anführte. Nach dem Abschied des niederländischen Anbieters Philips aus der Unterhaltungselektronik sind in Europa nur noch die deutschen TV-Hersteller Loewe, Metz und TechniSat sowie der dänische Konkurrent Bang & Olufsen übriggeblieben.

 Anders als Loewe glaubt der fränkische Rivale Metz an eine Zukunft im kleinen Marktsegment der teuren Apparate. "Metz positioniert sich nun schon seit Jahrzehnten konsequent in der Nische und bietet hochwertige Premiumprodukte für eine Zielgruppe an, für die Werte wie Sicherheit und Vertrauen etwas bedeuten", sagte Geschäftsführer Norbert Kotzbauer der "Welt am Sonntag".

Quelle: n-tv.de

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