Wirtschaft
Die Lufthansa-Piloten wollen am Dienstag die Fernflüge ab Frankfurt lahmlegen.
Die Lufthansa-Piloten wollen am Dienstag die Fernflüge ab Frankfurt lahmlegen.(Foto: picture alliance / dpa)

"Jegliches Maß verloren": Lufthansa-Piloten streiken am Dienstag

Der Arbeitskampf bei der Lufthansa eskaliert weiter: Am Dienstag wollen die Piloten alle Fernflüge der größten deutschen Fluglinie ab Frankfurt bestreiken. Der Konzern und seine Flugkapitäne liefern sich einen Krieg der Worte.

Die Piloten der Lufthansa wollen am Dienstag erneut streiken. Die Flugkapitäne wollen von 9.00 bis 17.00 Uhr die Arbeit niederlegen. Betroffen seien diesmal Langstreckenflüge ab Frankfurt am Main mit den Flugzeugtypen Airbus A380, Boeing B747, Airbus A330 und Airbus A340, teilte die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) mit.

Da das Lufthansa Management bisher kein kompromissfähiges Angebot vorgelegt habe, sehe man sich zu diesen weiteren Maßnahmen gezwungen, erklärte die Gewerkschaft. Die Gewerkschaft sei aber "jederzeit einigungsbereit, um Streiks abzuwenden".

"Die Piloten haben jegliches Maß verloren"

Die Lufthansa reagierte mit scharfen Worten: Es sei "ungeheuerlich", dass die Gewerkschaft die angekündigten Konkretisierungen zu den Tarifverhandlungen nicht abgewartet habe, erklärte ein Sprecher in Frankfurt. "Die VC hat jegliches Maß verloren. Ihr Ziel ist eindeutig der Fluggast." 

VC-Sprecher Jörg Handwerg wies den Vorwurf zurück. "Konkretisierung heißt doch im Klartext 'Ihr habt es noch nicht richtig verstanden'. Wir haben aber sehr wohl verstanden, was Lufthansa von uns will." Bei der angekündigten Konkretisierung handele es sich um den Versuch des Managements, die Öffentlichkeit gegen die Piloten aufzubringen und einen Keil in die Belegschaft zu treiben. Das werde aber nicht gelingen. Lösungen würden nicht in der Öffentlichkeit, sondern am Verhandlungstisch gefunden.

Streit um Rente mit 55

Mit dem Streik wollen die 5400 Lufthansa-Piloten einen neuen Tarifvertrag zur Übergangsversorgung erreichen. Die Übergangsversorgung ermöglichte den Piloten bislang, ab 55 Jahren aus dem Berufsleben auszuscheiden. Die Lufthansa will die Altersgrenze nun erhöhen und die Piloten an der Finanzierung beteiligen. Die Gewerkschaft lehnt dies strikt ab und wirft der Lufthansa vor, die Profite auf Kosten der Mitarbeiter steigern zu wollen. Zudem hält die Gewerkschaft dem Lufthansa-Management vor, bisher kein kompromissfähiges Angebot vorgelegt zu haben.

Der Ausstand am Dienstag ist bereits der vierte Streit der Piloten, seitdem die Tarifgespräche Ende August abgebrochen wurden.  Am 28. August waren zunächst bei der Lufthansa-Billigtochter Germanwings mehr als zwei Drittel der Flüge ausgefallen. Am 5. September musste die Lufthansa mehr als 200 Kurz- und Mittelstreckenflüge am Frankfurter Flughafen streichen. Und am 10. September konzentrierten sich die Arbeitskampfmaßnahmen auf den Flughafen München. Insgesamt fielen seit Ende August rund 475 Flüge aus. Auch Anfang April hatte es bereits einen dreitägigen Ausstand gegeben. Damals waren rund 3800 Flüge ausgefallen.

Quelle: n-tv.de

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