Wirtschaft
Ein Flieger von Ryanair steht vor einer Maschine der Lufthansa: harte Konkurrenten.
Ein Flieger von Ryanair steht vor einer Maschine der Lufthansa: harte Konkurrenten.(Foto: REUTERS)

Trotz Zuwachs bei Passagieren: Lufthansa fällt hinter Ryanair zurück

Die Lufthansa muss ihre Vormachtstellung am europäischen Himmel an Ryanair abtreten: Die Iren wachsen einfach zu schnell. Gleichzeitig hat der Kranich-Chef auch noch schlechte Nachrichten für Air Berlin.

Die Deutsche Lufthansa hat im Dezember 7,79 Millionen Fluggäste transportiert. Das waren 5,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Im gesamten Jahr 2016 stieg die Passagierzahl von Lufthansa und ihren Töchtern Eurowings, Swissair und Austrian auf 109,7 Millionen, ein Plus von 1,8 Prozent, wie Airlinechef Carsten Spohr mitteilt.

Allerdings wuchs die Konkurrenz schneller. Mit der irischen Billiggesellschaft Ryanair flogen im gleichen Zeitraum 117 Millionen Passagiere - 15 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Gemessen an der Zahl der Fluggäste musste Lufthansa damit seine Stellung als Europas größte Fluggesellschaft an Ryanair abtreten. Das Wachstumstempo von Ryanair ist ebenso deutlich schneller als bei der Lufthansa. Möglich machen das niedrige Kosten, eine einheitlich Boeing-Flotte und die neue Strategie, vermehrt auch große Flughäfen anzufliegen.

Auf dem dritten Platz der europäischen Rangliste befindet sich die Luftfahrt-Holding International Airlines Group mit British Airways und Iberia. Sie steigerte die Zahl der Passagiere 2016 um 14 Prozent auf knapp 101 Millionen. Auf dem vierten Platz folgt Air France-KLM mit gut 93 Millionen Gästen.

Allerdings sind die Lufthansa-Kunden im Schnitt auf längeren Strecken unterwegs, da die deutsche Fluggesellschaft im Gegensatz zu Europas größtem Billigflieger ein weltweites Streckennetz betreibt. Ryanair ist vor allem innerhalb Europas und im Mittelmeerraum unterwegs. Und noch einen Titel hat die Lufthansa verteidigt: Nach Umsatz ist sie weiterhin die größte Airline in Europa.

Absage an Air Berlin

Spohr hat aber auch schlechte Nachrichten im Gepäck. Ein eventueller Kauf der restlichen Teile von Air Berlin ist für den Kranich laut Spohr nur schwer zu stemmen. Die größten Hürden seien der Schuldenberg der Airline von einer Milliarde Euro, die hohen Betriebskosten und die wahrscheinlichen Einwände des Kartellamts.

Die Lufthansa hatte Ende des Jahres 38 Jets von der kriselnden Air Berlin samt Crews gemietet. Nach früheren Aussagen eines Konzerninsiders hat Deutschlands größte Airline auch Interesse an der Übernahme der verbleibenden gut 70 Flugzeuge.

Quelle: n-tv.de

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