Team prüft SpritsparideenLufthansa wird erfinderisch

Die Lufthansa spart und nimmt sich nun ihre Tankrechnung vor. Das Dax-Unternehmen prüft verbrauchssenkende Maßnahmen. Mehrere Vorschläge werden durchgerechnet.
Auf der Suche nach Einsparmöglichkeiten nimmt sich die
Lufthansa den größten Kostenbrocken im Unternehmen vor: die Tankrechnung. Auf den
Konzern kämen in diesem Jahr voraussichtlich Ausgaben für Kerosin von 7,5 Milliarden
Euro zu - eine Senkung des Verbrauchs um lediglich ein Prozent spare deshalb bereits
75 Millionen Euro, hieß es in der Mitarbeiterzeitung "Lufthanseat". Die
Lufthansa gebe ein Viertel ihres Geldes für Treibstoff aus, bei der Tochter-Airline
Swiss seien es sogar 30 Prozent.
"Da zahlt sich jede verbrauchssenkende Maßnahme
merklich aus", sagte Swiss-Pilot Cornelius Schwanhäuser, der in einem eigens
gegründeten Team Spritsparideen auf ihre Tauglichkeit prüft. Rund 200 Vorschläge
aus dem Konzern können umgesetzt werden. Beispielsweise könnten die Piloten nach
dem Start den Schub früher drosseln - die Triebwerke verbrauchten so weniger.
Eine andere Maßnahme betrifft das Tanken: Piloten sei
aufgefallen, dass die Tankdienste an vielen Flughäfen die Maschinen mit ein paar
Kilogramm Kerosin zu viel betankten. Damit steige das Gewicht und somit der Treibstoffverbrauch.
Berechnungen zeigten, dass allein bei der Flotte der Lufthansa-Passage mit 100 Kilogramm
weniger Gewicht pro Flug Kosten von 2,6 Millionen Euro im Jahr gespart werden könnten,
hieß es.
Im Vergleich zu den Gesamtzielen des Sparprogramms, das
sich das Dax-Unternehmen Anfang des Jahres auferlegt hat, ist das nicht viel. Die
Lufthansa will den operativen Gewinn bis 2014 um mindestens 1,5 Milliarden Euro
steigern.
Zentraler Pfeiler des Programms
namens "Score" sind Stellenstreichungen: In den nächsten Jahren sollen
Jobs in der Verwaltung und an Bord wegfallen. Ende Oktober kündigte die Lufthansa-Führung
an, den Sparkurs wegen der trüben Konjunkturaussichten noch verschärfen zu wollen.