Wirtschaft

EZB bleibt bei Aufkaufprogramm: Maßnahmen zeigen nur zögerliche Wirkung

Bis September 2016 kauft die EZB massenhaft Anleihen auf, um die Konjunktur in der Eurozone anzukurbeln. Notenbankchef Draghi räumt allerdings ein, dass die erzielten Fortschritte bislang noch relativ gering seien.

"Die Firmen nehmen nur zögerlich Risiken in Kauf."
"Die Firmen nehmen nur zögerlich Risiken in Kauf."(Foto: AP)

Die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) haben nach Einschätzung von Notenbankchef Mario Draghi positive Effekte auf Investitionen, den privaten Konsum und die Entwicklung der Verbraucherpreise. In einer Rede in Washington bekräftigte der Italiener erneut, dass die EZB ihr Kaufprogramm von Wertpapieren wie beschlossen fortsetzen werde. Allerdings räumte er ein, dass die Fortschritte in der Eurozone im Kampf gegen eine flaue Konjunktur und eine zu niedrige Inflation nur zögerlich einträten.

"Nach beinahe sieben Jahren einer lähmenden Krise nehmen Firmen und private Haushalte nur sehr zögerlich Risiken in Kauf." Daher werde es noch einige Zeit dauern, bis die Maßnahmen der EZB zum gewünschten Erfolg führen werden, so Draghi. Die EZB kauft seit März öffentliche Anleihen in einem Volumen von monatlich 60 Milliarden Euro, um die Wirtschaft der Eurozone stärker anzukurbeln und die Inflation wieder in den gewünschten Bereich von knapp zwei Prozent zu drücken.

Draghi trat damit an den Finanzmärkten aufgekeimten Befürchtungen entgegen, dass die jüngsten moderat positiven Wirtschaftsdaten und die steigende Inflation in Europa die EZB dazu veranlassen könnten, ihr Anleihekaufprogramm vorzeitig zu beenden. Das Programm soll bis September 2016 laufen.

Das Kaufprogramm soll bis September 2016 laufen und ist auch in Kreisen der EZB nicht unumstritten. So hatte zuletzt Bundesbankchef und EZB-Ratsmitglied Jens Weidmann im "Handelsblatt" seine Einwände erneuert.

Quelle: n-tv.de

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