Wirtschaft
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Schuldenkrise wie 09/11: Maue US-Quartalssaison

Die US-Konzerne sind so pessimistisch wie seit den Anschlägen vom 11. September nicht mehr: Zwei Wochen vor dem Auftakt der Bilanzsaison warnen immer mehr Börsen-Schwergewichte davor, dass ihr Ergebnis im zweiten Quartal schlechter ausfallen wird als erwartet.

Den US-Börsen steht eine schwierige Quartalsbilanzsaison vor. Auf jedes Unternehmen, das seine Gewinnprognose für die drei Monate bis Ende Juni erhöht hat, kommen inzwischen 3,6 Firmen mit einer Gewinnwarnung. So ungünstig war das Verhältnis zuletzt im dritten Quartal 2001, in dem die Anschläge vom 11. September verübt wurden.

Wer auf sein flaues Geschäft aufmerksam macht, erklärt es oft mit der europäischen Schuldenkrise. Der Abschwung auf dem Kontinent sei zum Auftakt des Jahres heftiger verlaufen als erwartet, hieß es kürzlich beim Mischkonzern United Technologies, der einen guten Teil seines Umsatzes international macht. Das Management sei deswegen "sehr besorgt". Ähnlich tönte der Logistikkonzern FedEx, der wegen seiner Abhängigkeit von der Menge versandter Produktionsgüter als Konjunkturbarometer gilt, oder der von der Konsumfreude der Verbraucher stark beeinflusste Getränkehersteller PepsiCo. Am Mittwoch kürzte der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble zum zweiten Mal binnen zwei Monaten die Prognose für sein Geschäftswachstum und wird nach eigener Einschätzung wegen einer schleppenden Nachfrage in Europa und China weniger Gewinn machen.

"Es wäre klug, multi-nationale Konzerne mit einer ungewöhnlich starken Position in Europa unterzugewichten", sagt Steven Neimeth vom Vermögensverwalter SunAmerica Asset Management in New Jersey. "Aktien reagieren negativer auf solche Prognosen, weil die Investoren in dem nun bevorstehenden Jahr das Schlimmste befürchten." Gelegentlich macht es eine niedrige Prognose einfacher, die Erwartungen zu übertreffen. Die Aussagen der Konzerne haben aber zuletzt wenig dazu beigetragen, Anleger zu beruhigen.

Konzerne vorsichtig

Der jüngsten Umfrage des Unternehmensverbandes Business Roundtable zufolge sind die Konzernchefs im zweiten Quartal spürbar vorsichtiger geworden: Im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres geht nun eine geringere Zahl von ihnen davon aus, den Umsatz zu steigern oder die Belegschaft aufzustocken. Auch Branchenexperten haben ihre Erwartungen zurückgestutzt. Die im Börsenindex Standard & Poor's 500 versammelten Konzerne werden ihr Geschäft in dem Vierteljahr nach Einschätzung der Analysten um durchschnittlich 6,3 Prozent steigern. Zum Auftakt des Quartals Anfang April lag der Schnitt der Prognosen noch bei plus 9,2 Prozent.

Nimmt man das Schwergewicht Apple heraus, sinkt die Rate auf 5,5 Prozent. Ignoriert man die Erholung der Bank of America, die im zweiten Quartal vergangenen Jahres wegen eines Hypothekenvergleichs einen Milliardenverlust verbucht hat, landet man bei einem Plus von lediglich 1,1 Prozent. Ohne die Finanzbranche, deren Gewinne den Schätzungen zufolge im Schnitt um 13,6 Prozent zulegen dürften, erreichen die S&P-Konzerne kaum wahrnehmbare 0,5 Prozent. "Es wird wegen des allgemeinen wirtschaftlichen Abschwungs und den Sorgen um Europa insgesamt nicht viel Wachstum im zweiten Quartal erwartet", sagt Greg Harrison, Research-Analyst bei Thomson Reuters in New York. "Die Unternehmen sind derzeit vorsichtiger als sie es selbst während der Finanzkrise waren."

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Quelle: n-tv.de

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