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Munich Re zieht Bilanz: Mehr Tote bei Naturkatastrophen 2015

Für die Versicherer war 2015 ein vergleichsweise harmloses Jahr. Die Schäden aus Naturkatastrophen fallen geringer aus als im Vorjahr. Dennoch kommen mehr Menschen ums Leben. Der Rückversicherer Munich Re warnt, dass es 2016 noch schlimmer kommen könnte.

Bei Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen und Hitzewellen sind im vergangenen Jahr deutlich mehr Menschen ums Leben gekommen als im Vorjahr. Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re zählte rund 23.000 Todesopfer bei Naturkatastrophen, das sind etwa dreimal so viele wie im Vorjahr. Die schlimmsten Auswirkungen hatte das Erdbeben in Nepal im April vergangenen Jahres, bei dem alleine 9000 Menschen starben und eine halbe Million Menschen obdachlos wurden. Insgesamt lag die Zahl der Todesopfer 2015 aber unter dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre von 54.000 Toten.

In Europa litt vor allem Großbritannien zum Jahresende unter Stürmen und starkem Regen - zuletzt sorgte Sturm "Eva" in Yorkshire für starke Überschwemmungen. Die Gesamtschäden der Sturmserie könnten sich nach bisherigen Schätzungen auf deutlich mehr als zwei Milliarden Euro belaufen, erklärte der Rückversicherer. Zwar sei der Hochwasserschutz in den betroffenen Regionen in den vergangenen Jahren verstärkt worden, doch hätten die Maßnahmen für die Stürme nicht ausgereicht.

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Insgesamt summierten sich die Naturkatastrophen-Schäden im vergangenen Jahr auf weltweit rund 90 Milliarden (Vorjahr: 110 Mrd) Dollar. Rund 27 Milliarden Dollar der Schadensumme waren versichert. Damit sei 2015 das Jahr mit den geringsten Schäden seit 2009 gewesen; die Schadenssummen lagen sogar unter den langjährigen inflationsbereinigten Durchschnittswerten von 1985 bis 2014. Dies sei aber kein Signal der Entwarnung, erklärte der Leiter der Risikoforschung, Peter Höppe.

Ein Grund für die vergleichsweise geringen Schäden sei schlicht Glück: Starke tropische Wirbelstürme seien, wenn überhaupt, oft nur in dünn besiedelten Regionen auf Land getroffen. Im Nordatlantik sei die Entstehung schwerer Stürme durch das Wetterphänomen El Niño gedämpft worden. Auch Maßnahmen zur Minderung der Schadenanfälligkeit hätten sich positiv ausgewirkt.

El-Niño-Phase kehrt sich ins Gegenteil um

Jedoch gehe die Wissenschaft derzeit davon aus, dass die aktuelle starke El-Niño-Phase im kommenden Jahr schon in das Gegenteil umschwenken könnte, erklärte Höppe. Bei El Niño sammeln sich warme Wassermassen im zentralen und östlichen Pazifik, die Folge sind weltweite Wetterextreme. Laut den Vereinten Nationen war das Wetterphänomen 2015 eins der stärksten seit 1950. Im Nordostpazifik begünstigte El Niño die Entwicklung von Tropenstürmen - der bemerkenswerteste sei "Patricia" gewesen, der stärkste Sturm in Nordostpazifik, der jemals an Land ging. Er traf im dünn besiedelten mexikanischen Bundesstaat Jalisco auf Land.

Das verheerende Beben in Nepal mit einer Stärke von 7,8 hatte sich am 25. April nordwestlich der Hauptstadt Kathmandu ereignet. Wie häufig in Entwicklungsländern sei von der Schadensumme nur ein Bruchteil versichert gewesen - in diesem Fall 210 Millionen der insgesamt 4,8 Milliarden Dollar, hieß es.

Die Versicherungswirtschaft gehe inzwischen neue Wege, um die Versicherungslücke zu verkleinern und so die Menschen nach Katastrophen von materiellen Schäden entlasten zu können, erklärte Munich-Re-Vorstand Torsten Jeworrek.

Quelle: n-tv.de

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