Wirtschaft
Merck profitiert unter anderem von der Nachfrage nach großen Fernsehern.
Merck profitiert unter anderem von der Nachfrage nach großen Fernsehern.(Foto: picture alliance / dpa)

Prognose getroffen: Merck gibt sich vorsichtig

Der Chemie- und Pharmariese rechnet im laufenden Jahr nicht mit großen Sprüngen. Im vergangenen Jahr drückten Sonderkosten das Ergebnis. Dafür profitiert das Unternehmen vom Fernseh-Boom. Immerhin gibt es für die Aktionäre ein Zückerli.

Ein großer Zukauf in der Chemiesparte, organisches Wachstum sowie Einsparungen haben dem Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck zu einem soliden vierten Quartal verholfen. Zudem profitierte der Konzern von günstigen Währungskursen.Die Dividende will Merck anheben. Für 2015 bleibt der im Dax notierte Darmstädter Konzern noch vorsichtig. Erwartet wird ein leichtes organisches Umsatzwachstum und ein operatives Ergebnis (Ebitda) vor Sondereinflüssen, das entweder leicht steigen oder zumindest stabil bleiben soll.

In den letzten drei Monaten 2014 setzte Merck mit 2,98 Milliarden Euro 12,9 Prozent mehr um als im Vorjahr. Zu verdanken war das dem Zukauf von AZ Electronic Materials, organischem Wachstum und günstigen Wechselkursen. Unter dem Strich verdiente Merck mit 280 Millionen Euro fast so viel wie im Vorjahr. Analyst Peter Spengler von der DZ Bank sprach von ordentlichen Zahlen. Sie hätten insgesamt leicht über seinen Erwartungen gelegen.

Pharmasparte mittelmäßig - Flüssigkristalle spitze

Im Gesamtjahr legte der Umsatz noch um 5,5 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro zu. Er landete damit leicht über den von Merck ausgegebenen Prognosen. Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen (Ebitda) kletterte um vier Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Die Dividende will Merck auf 1 Euro je Aktie anheben, nach 0,95 Euro im Vorjahr.

Die Pharmasparte Merck Serono, erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr noch ein organisches Umsatzwachstum von 3,6 Prozent. Das Ebitda fiel um 1,3 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Grund waren unter anderem Einmalkosten wegen der Einstellung einiger Entwicklungsprogramme sowie gesunkene Lizenz- und Provisionserträge wegen des ausgelaufenen Patentschutzes in den USA bei einigen Medikamenten. Merck hatte sich 2014 in seinem Pharmageschäft weiter auf strategisch wichtige Pipelineprojekte fokussiert und einzelne weniger erfolgsversprechende Forschungsinitiativen beendet.

Extern gestärkt hat Merck mittlerweile die Spezialchemieparte Performance Materials, die vor allem Flüssigkristalle für die Elektronikindustrie sowie Effektpigmente und neuerdings auch High-Tech-Chemikalien verkauft. Die Erlöse der Sparte machten 2014 vor allem Dank der Übernahme von AZ sowie solidem organischen Wachstum  im Geschäft mit Flüssigkristallen einen Sprung um gut 25 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Im Geschäft mit Flüssigkristallen ist Merck Weltmarkt- und Innovationsführer. Hier profitiert der Konzern weiter von der starken Nachfrage nach hochwertigen und großflächigen Fernsehern. Das Ebitda profitierte ebenfalls vom Zukauf und legte um 14,8 Prozent auf 895 Millionen Euro zu.

Sigma-Aldruch-Deal noch Auswirkung

Die im September für gut 13 Milliarden Euro angekündigte Übernahme des US-Laborausrüsters Sigma-Aldrich, der größte Zukauf in der Firmengeschichte, hat noch keine Auswirkungen auf das Zahlenwerk. Die Akquisition des Anbieters von biochemischen und pharmazeutischen Forschungsmaterialien wird erst in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Mit dem geplanten Zukauf wird Merck sein Life-Science-Geschäft mit der Konzernsparte Millipore kräftig ausbauen. Millipore bietet Kunden Lösungen für die Forschung, Entwicklung und Produktion von biotechnologischen Wirkstoffen und Verfahren an. Die jährlichen Synergien schätzt Merck bislang auf rund 260 Millionen Euro jährlich.

Für 2015 bleibt Merck noch vorsichtig und erwartet im Konzern nur einen leichten Anstieg des Ebitda vor Sondereinflüssen, mindestens jedoch das Vorjahresniveau. Grund für die verhaltene Prognose ist ein erwarteter höherer Forschungs- und Entwicklungsaufwand in der Sparte Merck Serono sowie Belastungen wegen des Wegfalls von  Lizenzeinnahmen. Zudem wird mit weiter sinkenden Erlösen bei Rebif gerechnet.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen