Wirtschaft
Karl-Ludwig Kley.
Karl-Ludwig Kley.(Foto: picture alliance / dpa)

Disziplin, Displays und der Euro: Merck spart sich Schwarz

Karl-Ludwig Kley sieht "exzellente Fortschritte": Unter seiner Führung steuert der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck profitabel durch unsichere Zeiten. Der Ausblick bleibt - trotz widriger Währungsverhältnisse - bestehen.

Das Sparprogramm mit dem sportlichen Namen "Fit für 2018" zahlt sich offenbar aus: Bereits nach dem zweiten Quartal des laufenden Jahres kann die Merck KGaA einen kräftigen Gewinnsprung verzeichnen. Unter dem Strich klettert der Überschuss auf 316 Millionen Euro.

Rückenwind kam dabei allerdings nicht nur aus den Einsparungen. Die lebhafte Nachfrage nach Klein- und Flachbildschirmen, für deren LCD-Displays Merck unter anderem die erforderlichen Flüssigkristalle herstellt, schiebt das Ergebnis kräftig an. Unterstützung lieferten auch einmalige Basiseffekte: Im Vergleichsquartal aus dem Vorjahr hatte Merck wegen hoher Belastungen aus dem Sparprogramm "Fit für 2018" einen Verlust von 63,2 Millionen Euro verbucht.

Jetzt kann der Konzern sozusagen eine doppelte Ernte einfahren: Einerseits profitiert das Unternehmen von den mittlerweile wirksamen Einsparungen, andererseits sieht das Ergebnis im Vergleich durch den Wegfall der Einmaleffekte sehr viel besser aus.

Hinter den Zahlen erkannten Analysten allerdings auch Anzeichen der Schwäche: Der starke Euro vor allem in seinen Verhältnis zum Yen und einigen südamerikanischen Währungen machte Merck beim Umsatz zu schaffen. Die Einnahmen stagnierten im zweiten Quartal bei 2,7 Milliarden Euro. Ohne die negativen Währungseffekte wäre er um 3,3 Prozent gestiegen. Das Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen (Ebitda) kletterte um fast elf Prozent auf 826 Millionen Euro und übertraf damit die Erwartungen des Marktes.

"Exzellente Fortschritte"

Gestützt auf die Zahlen aus dem zweiten Quartal sieht Karl-Ludwig Kley das Unternehmen "auf Kurs", die selbstgesteckten Ziele zu erreichen. "Die Umsetzung der 'Fit für 2018'-Maßnahmen macht exzellente Fortschritte", sagte der Merck-Chef. "Wir bestätigen daher trotz negativer Währungseinflüsse die Prognose für das Gesamtjahr 2013."

Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen soll demnach auf 3,1 bis 3,2 Milliarden Euro steigen (Vorjahr: 2,9 Milliarden Euro). Der Umsatz soll ohne Berücksichtigung von Lizenzerlösen den weiterhin gültigen Zielmarken zufolge in einem Bereich von 10,7 bis 10,9 Milliarden Euro liegen (Vorjahr: 10,7).

Ab 2014 fit für 2018?

Finanzchef Matthias Zachert zeigte sich zuversichtlich, dass der Großteil des Sparprogramms bis Ende 2014 abgeschlossen werden könne. Merck will vor allem die Profitabilität der Pharmasparten Merck Serono und Consumer Health Care steigern. Denn dem Bayer-Konkurrenten fehlt es nach Ansicht von Beobachtern an schlagkräftigen Neuentwicklungen. Die Sparte Merck Serono, in der das Geschäft mit patentgeschützten Medikamenten gebündelt ist, trägt den größten Batzen zum Konzernumsatz bei.

Mit dem Konzernumbau wollen die Darmstädter ab 2018 jährlich bis zu 385 Millionen Euro einsparen. Allein in Deutschland sollen bis 2015 etwa 1100 Stellen gestrichen werden. Ende Juni beschäftigte Merck noch 38.122 Mitarbeiter. Im vergangenen Dezember waren nach Unternehmensangaben noch 38.847 Menschen.

Als hervorragend bezeichnete Zachert das Quartal für die Sparte Performance Materials, zu der auch das lukrative Geschäft mit Flüssigkristallen gehört. Im zweiten Halbjahr gehen die Darmstädter wegen des Abbaus von Lagerbeständen aber von einer schwächeren Dynamik aus. Merck ist vor Japan New Chisso (JNC) und DIC die weltweite Nummer Eins bei der LCD-Technik (Liquid Crystal Display), die unter anderem in Laptops, Flachbild-Fernsehern und Handy-Displays eingesetzt werden.

Quelle: n-tv.de

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