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Das wichtigste Quartal des Jahres: Metro deckt die Bücher auf

Zahlenwirbel an der Börse: Deutschlands größter Einzelhandelskonzern gewährt Anlegern Einblick in die Lage. Konkret geht es um die Zwischenbilanz zum ersten Viertel des Geschäftsjahres, eine Korrektur beim Ausblick und die Dividende.

Gesprächstermin in der Tiefkühlabteilung: Metro-Chef Olaf Koch (Archivbild).
Gesprächstermin in der Tiefkühlabteilung: Metro-Chef Olaf Koch (Archivbild).(Foto: picture alliance / dpa)

Metro-Chef Olaf Koch muss die Prognose kappen: Nach einem unerwartet schwachen Weihnachtsgeschäft grenzt der Handelsriese unter Kochs Führung bei der Vorlage des Zwischenberichts zum ersten Geschäftsquartal die bislang geltende Jahresprognose ein.

Im Zeitraum von Oktober bis Dezember verzeichnete der MDax-Konzern einen Rückgang des operativen Ergebnisses vor Sonderfaktoren auf 1,073 Milliarden Euro. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte Metro hier von 1,273 Milliarden Euro verbucht.

Im vergangenen Jahr hatte der Konzern allerdings auch von einer Reihe von Immobilienverkäufen profitiert - diese Sondererträge fielen diesmal weg. Unter dem Strich arbeitete Metro im zurückliegenden Quartal jedoch deutlich profitabler als noch vor Jahresfrist.

Das Periodenergebnis schoss von 129 Millionen auf 514 Millionen Euro in die Höhe. Metro musste im vorliegenden Berichtszeitraum unter anderem in erheblichem Umfang weniger Steuern zahlen. Unter dem Strich und nach Anteilen Dritter blieb ein Gewinn von 451 Millionen Euro - deutlich mehr als die 36 Millionen Euro Nettogewinn aus dem ersten Geschäftsquartal des Vorjahres.

Nicht mehr "spürbar" drüber

Insgesamt betrachtet blieb der Konzern beim operativen Gewinn im Rahmen der Markterwartungen. Analysten hatten im Mittel mit einem Ebit vor Sonderfaktoren von 1,079 Milliarden Euro gerechnet. Dafür blickt die Geschäftsführung nach dem schwachen Jahresauftakts etwas vorsichtiger in die Zukunft: Der Handelskonzern stellt nun nach den Worten von Metro-Chef Koch für das laufende Geschäftsjahr 2013/14 ein operative Ergebnis vor Sonderposten (Ebit) von "etwa 1,75 Milliarden Euro" in Aussicht.

Früheren Angaben aus dem Dezember zufolge sollte das Ergebnis eigentlich noch "spürbar" über dem vergleichbaren Vorjahreswert von 1,7 Milliarden Euro liegen. Die offenbar zu optimistische Prognose schränkte Koch nun leicht ein. Der Vorjahreswert wurde um Erträge aus Immobilienverkäufen in Höhe von 300 Millionen Euro bereinigt, um eine bessere Vergleichsbasis zu schaffen.

Osteuropa und der Euro

Beim Umsatz hat Metro Federn gelassen: Die Erlöse des Düsseldorfer Konzerns mit seinen Großmärkten, der Elektrohandelskette Media-Saturn, dem Warenhausriesen Kaufhof und den Real-Supermärkten waren von Oktober bis Dezember um 3,3 Prozent auf 18,7 Milliarden Euro gefallen. Als Grund für das Minus nannte Koch den starken Euro, der zu negativen Währungseffekten in den Wachstumsmärkten Osteuropas und Asiens führte, sowie den Verkauf von Teilen der Supermarktkette Real in Osteuropa. Währungs- und portfoliobereinigt kletterte der Umsatz um 1,1 Prozent.

Insgesamt blickt Metro auf ein enttäuschendes Weihnachtsgeschäft. Für Anleger ist das besonders bedeutsam: Die Monate Oktober bis Dezember sind traditionell die wichtigsten in der Handelsbranche.
Bei Metro machen sie schätzungsweise 60 Prozent des operativen Jahresergebnisses aus. Eine schwache Entwicklung lässt sich im Jahresverlauf daher nur schwer wieder aufholen.

Koch peilt Dividende an

Vor diesem Hintergrund hatte der Konzern mit Sitz in Düsseldorf das Geschäftjahr extra auf einen Abschluss per Ende Oktober umgestellt, um eine größere Planungssicherheit zu haben. Zu oft hatte das Unternehmen in den vergangenen Jahren die Jahresprognose senken müssen, weil das Weihnachtsgeschäft schwächer ausfiel als prognostiziert.

Konsequenzen für die Auschüttungspolitik hat der leicht eingeschränkte Metro-Ausblick offenbar nicht: Die Anteilseigner rund um den Großaktionär Haniel können sich für das Geschäftsjahr 2013/14 wieder auf eine Dividende freuen. Metro habe im ersten Quartal "die Basis gelegt", um die "Dividendenfähigkeit abzusichern", erklärte Metro-Chef Koch. Über die Höhe der Ausschüttung wollte er sich allerdings noch nicht äußern. Die Metro-Aktionäre hatten für das vergangene Rumpfgeschäftsjahr 2013 keine Dividende erhalten.

Quelle: n-tv.de

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