Wirtschaft
Metro-Markt in Sankt Augustin bei Bonn.
Metro-Markt in Sankt Augustin bei Bonn.(Foto: REUTERS)

Gewinn bricht ein: Metro verzeichnet Grottenjahr

Metro befindet sich derzeit in einer schwierigen Phase. Im vergangenen Jahr verdient der Handelsriese so wenig wie noch nie zuvor. Konzernchef Koch hat bereits eine Preisoffensive eingeläutet und in Sachen Service Verbesserungen eingeleitet.

Der Handelskonzern Metro hofft nach zahlreichen Rückschlägen und einem historischen Gewinneinbruch 2012 auf eine leichte Besserung für die Zukunft. Für das Rumpfgeschäftsjahr 2013 und das darauffolgende Jahr 2013/14 werde ein "moderates Umsatzwachstum" erwartet, teilte der MDax-Konzern in Düsseldorf mit.

Beim Ebit vor Sonderfaktoren rechnet das Unternehmen dank Immobilienverkäufen für die ersten neun Monate 2013 mit einem Wert oberhalb der 704 Millionen Euro aus dem Vorjahr, doch "operativ erwarten wir (..) eine Entwicklung, die unterhalb des Niveaus der ersten neun Monate 2012 liegen wird".

Im Großmarktgeschäft (Cash & Carry) werde ein Rückgang erwartet. Im dann folgenden vollen Geschäftsjahr 2013/14 mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft werde das Ebit vor Sonderfaktoren zulegen - wenn die Wirtschaft nicht einbreche.

Dividende gekürzt

Metro hatte im vergangenen Jahr den Rauswurf aus dem Dax und einen historischen Gewinneinbruch verkraften müssen. Das Periodenergebnis nach Minderheiten brach auf drei Millionen Euro ein - vor Jahresfrist hatte es noch bei 631 Millionen Euro gelegen.

Konzernchef Olaf Koch hatte bereits erstmals in der Geschichte des Handelsriesen die Dividende gekürzt, der Vorstand schlug für 2012 eine Ausschüttung von 1,00 Euro je Stammaktie und 1,06 Euro je Vorzugsaktie vor. Im Vorjahr hatte Metro den Aktionären noch 1,35 Euro je Stamm- und 1,485 Euro je Vorzugsaktie gezahlt.

Koch hatte angekündigt, in seinem ersten Amtsjahr vor allem den Umsatz ankurbeln zu wollen. Er hatte dazu eine Preisoffensive eingeleitet und den Kundenservice, etwa bei den Großmärkten des Konzerns, verstärkt.

Bekenntnis zu Kaufhof und Real

Koch, will sich vorerst nicht von der Warenhaustochter Kaufhof trennen. Beim Kaufhof stehe derzeit keine Transaktion an, sagte der Manager. "Der Kaufhof war super", betonte Koch mit Blick auf die Geschäftsentwicklung der Warenhaustochter im Jahr 2012.

Beim Deutschland-Geschäft der Tochter Real ging er einen Schritt weiter: Dieses sei "Kernbestandteil" der Metro-Gruppe. Mit Blick auf die Zukunft von Kaufhof sagte Koch, das Geschäftsmodell ermögliche unter dem Dach des Konzerns keine Skaleneffekte. Koch hatte den Kaufhof in der Vergangenheit zur Disposition gestellt und sich im vergangenen Jahr vom Osteuropa-Geschäft der Supermarktkette Real getrennt.

Quelle: n-tv.de

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